Do., 31.10.2019

Kommentar zu Dr. Franziska Giffey Die Reserve-Vorsitzende

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will sich aus dem laufenden Rennen um den SPD-Vorsitz raushalten.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will sich aus dem laufenden Rennen um den SPD-Vorsitz raushalten. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Von Stefan Vetter

Hätte sich die FU Berlin mit der Prüfung der Doktorarbeit von Franziska Giffey nicht so viel Zeit gelassen, stünde die SPD bei ihrem Auswahlverfahren für den Parteivorsitz wohl jetzt ganz anders da. Wäre Giffey dafür ins Rennen gegangen, hätte es vielleicht nicht einmal mehr einer Stichwahl bedurft, welche die Selbstbeschäftigung der Partei nun um weitere Wochen verlängert. Hätte, hätte, Fahrradkette. Wurmen wird es viele Genossen trotzdem.

Das milde Urteil der Prüfer, wonach Giffeys Dissertation zwar ein bisschen Schummelei anhaftet, aber nicht so viel, als dass ihr der Doktor-Titel aberkannt werden müsste, hat die Sozialdemokraten freilich auch vor einer neuen Katastrophe bewahrt. Schließlich hatte Giffey bereits angekündigt, bei einem gegenteiligen Votum ihren Posten als Ministerin zu räumen.

U mso mehr bleibt Giffey eine Hoffnungsträgerin der SPD . Der Zug für den Parteivorsitz ist tatsächlich erst einmal abgefahren. Dennoch ist es für die Genossen ganz gut, eine mögliche Reserve-Vorsitzende in ihren Reihen zu wissen, die jetzt wieder unbelastet ist und in ihrer offenen Art weit über die Partei hinausstrahlt.

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Giffey

Giffey ist doch die Ministerin, die in einer Bröschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung das Vorwort geschrieben hat. Eine Kita-Broschüre, mit der genderkritische Eltern an den Pranger gestellt werden sollen. Offensichtlich wusste sie nicht, dass es hier wieder einmal um eine gesellschaftliche Spaltung zu Lasten unserer Schwächsten, nämlich den Kleinkindern geht. Was positiv zu erwähnen ist, dass sich Kitas gegen rechtes Gedankengut wehren können.Das reicht aber nicht, ob mit oder ohne Doktortitel, die Sozialdemokratie wieder wettbewerbsfähig zu machen.

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