Fr., 22.11.2019

Kommentar zum verdächtigen Kinderpornoauswerter Der Fall ist ein Desaster

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Christian Althoff

Man sollte meinen, der Missbrauchsfall Lügde mit seinen unfassbaren Pannen wäre ein Weckruf gewesen, und jeder, der mit Kindesmissbrauch und Kinderpornografie zu tun hat, sähe nun besonders genau hin.

Der Paderborner Fall zeigt, dass das nicht so ist. Da stellt die Polizei einen IT-Fachmann ein, der sich dort monatelang mit Kinderpornografie befasst, und dann kommt heraus, dass gegen ihn seit langem ermittelt wird – wegen Kinderpornobesitzes!

Das Ausmaß des Schadens ist noch nicht absehbar, weil noch niemand weiß, was der Mann mit den Kinderpornodateien von Verdächtigen gemacht hat. Was, wenn demnächst Kopien im Internet kursieren?

Der Dienstrechner des Mannes hing, wie üblich, aus Sicherheitsgründen nicht am Polizeinetz, so dass der Mann wusste, dass ihn niemand aus der Ferne überwachen konnte. Nur wenn jetzt auf dem Dienst-PC Spuren eines möglicherweise illegalen Tuns zu finden wären, könnte das einen Durchsuchungsbeschluss rechtfertigen. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass ein IT-Experte Spuren hinterlässt? Der Fall ist ein Desaster.

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