Mo., 02.12.2019

Kommentar zu Deutschen als Aktienmuffel Teures Missverständnis

Eine Ein-Euro-Münze steht neben einem Sparbuch.

Eine Ein-Euro-Münze steht neben einem Sparbuch. Foto: Daniel Karmann/dpa

Von Jürgen Stilling

Es ist ein deutsches Phänomen – und es ist kostspielig. Nur 16 Prozent der Bundesbürger wagen sich mit einem Teil ihres Geldes an die Börse. Selbst ohne Zinsertrag klammern sich nach wie vor die meisten Anleger an Sparbücher und Tagesgeldkonten. Diese Neigung ist schwer nachvollziehbar.

Wer derzeit nicht bereit ist, für sein Erspartes Risiken einzugehen, kann sicher sein: Die Inflation raubt ihm den bescheidenen Wohlstand. Völlige Sicherheit bedeutet derzeit – und vermutlich noch für viele Jahre – Geldvernichtung. Die Risikoscheu hat viele Ursachen: Neben der weit verbreiteten Sicherheitsmentalität wurden die Deutschen auch jahrzehntelang durch üppige Zinsen auf Spareinlagen verwöhnt. Hinzu kommt, dass hierzulande nur der Einkommenserwerb durch harte Arbeit den meisten Menschen seriös erscheint.

Aktienkäufer werden traditionell gern als „Spekulanten“ betitelt und nahe an die Halbwelt herangerückt – ein teures Missverständnis. Irrglaube ist auch, dass das Engagement am Aktienmarkt große Geldsummen erfordert. Nein! Zwar ist es riskant, mit kleinen Sparbeträgen auf Einzelwerte zu setzen, weil dann die notwendige Risikostreuung unmöglich ist. Doch der Kauf von Aktienfonds reduziert die Verlustgefahr und ist, wenn man „ETFs“ erwirbt, auch preiswert.

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