Kommentar zu Lebensmittel-Tafeln
Es stimmt was nicht

Seit mehr als zwölf Jahren engagiert sich Paul Breitner mit seiner Frau bei der Münchener Tafel. Der Fußballweltmeister von 1974 gilt als streitbarer Geist. Zur Einrichtung der Lebensmittel-Tafeln hat er eine glasklare Meinung: „Die Politik hat die Bedürftigen im Stich gelassen. An dieser Situation wird sich auch nichts ändern, weil ich nicht erkennen kann, dass sich die Politik dieser Problematik annimmt. Ich lade Politiker immer ein, sich die Situation vor Ort anzusehen. Aber in all den Jahren sind nur zwei vorbeigekommen.“

Sonntag, 08.12.2019, 21:14 Uhr aktualisiert: 08.12.2019, 22:24 Uhr
Ein Mitarbeiter der Rostocker Tafel sortiert in der Lagerhalle Gemüse (Symbolbild). Foto: Danny Gohlke/dpa
Ein Mitarbeiter der Rostocker Tafel sortiert in der Lagerhalle Gemüse (Symbolbild). Foto: Danny Gohlke/dpa

D ass die Zahl der Rentner steigt, die sich bei den Tafeln Lebensmittel holen , hat viele Gründe. Einer ist, dass laut einer DIW-Studie rund 60 Prozent der anspruchsberechtigten Senioren die Grundsicherung im Alter nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie es könnten. Viele aus diesen Generationen schämen sich, für ein Almosen aufs Amt zu gehen.

Nun kann man versuchen, diesen Zustand mit der Grundrente und anderen gut gemeinten Maßnahmen zu verändern. Aber das ändert nichts an der größten Ungerechtigkeit bei den Altersgeldern: der Diskrepanz zwischen Beamtenpensionen im gehobenen und höheren Dienst und den Erwerbsrenten. Das ist der Ur-Fehler im System.

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