Kommentar zu Retouren
Ein stumpfes Schwert

Wenig konkret und ein stumpfes Schwert ist das, was die Bundesregierung als neues Kreislaufwirtschaftsgesetz auf den Weg gebracht hat. Dem wichtigsten Ziel des Vorstoßes kommt das Kabinett damit kaum näher, nämlich zu verhindern, dass intakte Waren, die von Online-Käufern zurückgeschickt wurden, vernichtet werden.

Mittwoch, 12.02.2020, 21:30 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Der Grund: Kontrollen sind letztlich schwer umzusetzen, weil Produkte leicht als defekt deklariert werden können. Auch ist es für Großkonzerne wie Amazon ein Leichtes, Retouren im Ausland zu entsorgen. Dennoch ist der Wunsch, möglichst viele einwandfreie Produkte vor der Vernichtung zu bewahren, aller Ehren wert.

Doch die Bundesregierung kann ihr Ansinnen nur durchsetzen, wenn sie auch den Verbraucher in die Pflicht nimmt. Die Mode, übermäßig Schuhe, Kleider oder Elektroartikel zu bestellen und dann zu einem großen Teil wieder zurückzuschicken, ist letztlich einer zu großzügigen Auslegung des Widerrufsrechts geschuldet. Ökologisch, ökonomisch und am Ende auch ethisch ist diese Praxis äußerst bedenklich. Deshalb muss diesem Trend nicht nur mit juristischen, sondern auch mit moralischen Argumenten begegnet werden.

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