Kommentar zum Leben in Zeiten von Corona
Vorsicht, Rücksicht, Nachsicht

Das Wochenende hat einen ersten Vorgeschmack auf das geliefert, was uns in der Corona-Krise erwartet. Unsere gewohnte Art zu leben ist schon jetzt stark eingeschränkt. Und es wird noch drastischer kommen. Trotzdem ist es erste Bürgerpflicht, die Empfehlungen strikt zu befolgen. Das nützt uns allen und das schützt uns alle! Viele Menschen halten sich auch daran – aber viel zu viele tun es leider nicht. Andere Pro­bleme kommen hinzu. Hamsterkäufe hier, das Weiterverbreiten von Fake-News dort: Erst in der Krise zeigt sich das wahre Ich.

Sonntag, 15.03.2020, 18:54 Uhr aktualisiert: 15.03.2020, 20:04 Uhr
Symbolbild. Foto: Felix Kästle/dpa
Symbolbild. Foto: Felix Kästle/dpa

Vorsicht, Rücksicht, Nachsicht – die kommenden Wochen werden zum Charaktertest für jeden Einzelnen. Gefragt sind unsere Vernunft und unsere Geduld, unsere Lebenstüchtigkeit und unsere Solidarität. Gefragt ist unsere Nächstenliebe. Italiener und Spanier – wahrlich nicht besser dran als wir – machen es uns vor. Sie halten Abstand und rücken doch zusammen: Da wird von den Balkonen aus gemeinsam gesungen und auf Verabredung hin zeitgleich im ganzen Land für die Ärzte und das Pflegepersonal geklatscht. Fantastisch!

Auch kleine Dinge können eben eine große Wirkung entfalten. Ein Lachen, ein gutes Wort – egal, ob an der Supermarktkasse, beim Anruf in der Arztpraxis oder wo auch immer im Alltag. Die Helden dieser Tage haben es mehr als verdient. Und es sind diese Gesten, die helfen können, die Ungewissheit und das Unbehagen, die Sorgen und die Angst, die wir alle spüren, im Griff zu behalten.

Unser Alltag ist aus dem Tritt, und mit jedem Tag werden die Folgen stärker zu sehen sein. Das ist unausweichlich und es gilt auch für unseren Verlag. Auch wir stehen vor einer Herausforderung, die alles bisher Dagewesene übersteigen könnte. Selbstverständlich ist es unser Ziel, Sie weiter umfassend, sachlich und seriös zu informieren. Und wir werden uns bemühen, die momentan besonders schwierige Gratwanderung zwischen Verharmlosung und Panikmache hinzubekommen.

Dabei werden wir von Tag zu Tag neu entscheiden müssen, was wir zu leisten imstande sind. Was wir unseren Mitarbeitern zumuten können und was verantwortbar ist. So hoffen wir auf Ihr Verständnis dafür, dass die Struktur der Zeitung anders aussieht. Nutzen Sie in dieser Lage besonders un­sere Digitalkanäle. Und lassen Sie uns auf diesem Weg auch wissen, über was wir berichten sollten.

Nur gemeinsam werden wir diese Prüfung meistern. Aber gemeinsam sind wir auch am stärksten.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 16.03.2020 09:57
Vorsicht, Rücksicht....
Aus Berlin war in diesen Tagen zu hören, dass wir uns auf eine existenzbedrohende Entwicklung angemessen vorbereiten müssen. Ich warte nur noch darauf, dass unsere Regierung den Katastrophenfall ausruft. Das ist u. a. der Fall, wenn eine Versorgungskrise eintritt und 80 Millionen Bürger/innen dieses Landes keinen freien Zugang zu Lebensmittel haben und eine Beschlagnahme bzw. Verstaatlichung von Bauernhöfen und Lebensmittelherstellern erfolgt. Eine Verschwörungstheorie? Seit ich im Oktober 2018 in den USA die Simulation über die sogenannte "Clade-X-Pandemie" gesehen habe, konnte ich die "prohezeite Katastrophe" einer Pandemei nicht ausschliessen. Trotzdem erschien sie unwahrscheinlich. Was ich heute in Deutschland und Europa erlebe, war schon in der Simulation zu sehen, vor allen Dingen wie Regierungen und Experten auf die Pandemie reagieren. Schon damals war klar, dass sie ohne die entsprechenden Gegenmittel ausufern könnte. Heute wird mir klar, dass diese Simulation einen bestimmten Hintergrund hatte. Es geht darum, dass die Staaten bestimmte Kontrollmöglichkeiten einführen wollen. Bisher waren viele zum Scheitern verurteilt. Nun kommt das Coroanvirus daher, eine Grundlage für eine neue Weltordnung zu schaffen. Das Virus an sich ist nicht neu und ging nicht von China aus. Die Bausteine des Virus sind im wesentlich durch andere Virentypen bekannt. Viele tragen den Virus in ihrem Körper. Vielfach gibt es damit keine Schwierigkeiten. Natürlich haben Menschen mit schweren Vorerkrankungen ein Risiko, daran zu sterben. Das ergibt sich auch aus den verschiedenen Statistiken. Vor allen Dingen in Italien, waren die Toten erheblich vorerkrankt. Sie hatten ein höheres Alter und ein gestörtes Imunsystem. Inwieweit durch die bekannten Massnahmen die nationale Sicherheit der Länder geschützt wird, darf bezweifelt werden. Viele Bürger/innen sind sich dessen bewusst, was das Virus bedeuten könnte. Und die es nicht wissen, sollten wir die tatsächliche Lage erklären. Wir stehen vor einem gewaltigen Umbruch. Und die Pandemie ist nur ein Rädchen in diesem Umbruch.
DJTom72  schrieb: 15.03.2020 20:54
Vielen Dank......
....für diesen umsichtigen Artikel.
Ich verfolge das Weltgeschehen in diesen Tagen sehr intensiv in allen möglichen Medien. Ich möchte hiermit dem österreichischen Kanzler Herrn Kurz ein riesengrosses Kompliment aussprechen. Er hat den Ernst der Lage schon lange erkannt und führt sein Land durch kurzfristige und notwendige Entscheidungen durch die Corona-Krise. Bei ORF hat er heute Nachmittag seine drastischen Entscheidungen sachlich und ruhig in mehreren Live-Schalten seinem Volk kundgetan. Alle Gesetzesänderungen wurden einstimmig an einem Nachmittag beschlossen. Ich bewundere Österreich um diesen Kanzler. Wir können froh sein, dass er in dieser Krise Vorreiter in der EU ist, indem er unbequeme Dinge tut, die aber unabwendbar sind und für die jetzige Situation dringend erforderlich sind. Und machen wir uns nichts vor: Alles was Österreich jetzt macht, wird auf kurz oder lang auch hier bei uns kommen. So war es die letzten Tage und so wird es auch die nächsten Tage sein: Die Frage ist nur ob morgen, übermorgen oder gleich schon. Leider fehlt mir dieses Verhalten komplett von Frau Merkel. Immer war sie in allen Dingen die Vorreiterin, aber jetzt ist sie in meinen Augen ein Komplettausfall. Und wer in einer Zeit wo handeln von jetzt auf gleich gefragt ist, da noch auf eine europäische Lösung verweist, der hat den Ernst der Lage wirklich noch nicht erkannt (=Erfahrungswert Flüchtlingskrise 2015-heute).
In diesem Sinne, munter bleiben, solange es noch geht......
2 Kommentare
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