Kommentar zur Rede der Kanzlerin
Dramatischer Appell

Diese Rede an die Nation hat es in sich. Angela Merkel nennt die Bedrohung durch das Coronavirus die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. In ei­nem beispiellosen Akt versucht die Bundeskanzlerin den schier unmöglichen Spagat zwischen Zuspruch und letzter Warnung, zwischen Lob und unmissverständlichem Tadel. Und nimmt dabei das ganze Land wie jeden Einzelnen in die Pflicht: „Niemand ist verzichtbar. Es kommt auf jeden an!“

Mittwoch, 18.03.2020, 20:48 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 20:50 Uhr
Menschen schauen die TV-Ansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Wohnzimmer in Oberhausen. Foto: Fabian Strauch/dpa
Menschen schauen die TV-Ansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Wohnzimmer in Oberhausen. Foto: Fabian Strauch/dpa

Ausgangssperren gibt es nicht – noch nicht. Die Politik folgt weiter einem Stufenplan, der choreografiert scheint und doch langsam, aber sicher an sein Ende kommen könnte. So macht Angela Merkel erst gar keinen Hehl mehr daraus, dass uns die nächsten Wochen große Opfer abverlangen werden. Und die Kanzlerin glaubt offenkundig auch nicht mehr daran, dass wir glimpflich davon kommen. Was aber glauben ihr die Menschen?

Folgen die Deutschen endlich der eindringlichen Forderung, „das öffentliche Leben soweit es geht herunterzufahren“? Was zu tun ist, sollte längst jeder wissen. Abstand voneinander halten und doch zusammenstehen. Ein Kraftakt gewiss, aber kein Vergleich zu dem, was andernfalls droht. Die Situation ist historisch, die Lage dramatisch.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 19.03.2020 08:05
Dramatischer Appell
Was für eine "Rede an die Nation". Wer von den Anwärtern/innen für ihre Nachfolge will ihr da das Wasser reichen? Gestern propagierte sie den "Aussnahmestaat", der bereit sein muss, die Grundrechte des Einzelnen zu beschneiden. Das Virus, die grösste Bedrohung der Menschheit. Was sind dagegen Klimawandel und nukleare Bedrohung? Das"Wir-Gefühl" bekam gestern einen ganz neuen Inhalt. Es geht um die Bewältigung eines realen Katastophenfalls. Wobei die sich die abzeichnende Wirtschaftskrise noch mehr Opfer bedeuten wird. Was steht uns also bevor? Dazu lesen wir Artikel 11 des Grundgesetzes, §§ 1, 28 Abs, 3 Satz 3 und 35 des Infektionsschutzgesetzes, Dann wird dem Letzten klar sein, was uns bevorsteht. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Virus nur eine Histerie sein könnte.
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