Kommentar zum Hilfspaket für die NRW-Wirtschaft
Eine Wette auf die Zukunft

Schneller als sich das Coronavirus in Deutschland verbreiten konnte, ist die wirtschaftliche Unsicherheit gewachsen. In Unternehmen wie im Persönlichen. Nach und nach stellen der Bund und nun auch das Land ihre Hilfsangebote bereit – und gehen damit ein hohes finanzielles Risiko ein. 2 5 Milliarden Euro nimmt allein Nordrhein-Westfalen in die Hand. Gemessen am Landeshaushalt ist das ein Drittel – und ziemlich üppig.

Donnerstag, 19.03.2020, 20:36 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 10:16 Uhr
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz. Nordrhein-Westfalens Landesregierung hat einen 25 Milliarden Euro umfassenden Rettungsschirm angekündigt, um die Folgen der Corona-Krise einzudämmen. Foto: Federico Gambarini/dpa
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz. Nordrhein-Westfalens Landesregierung hat einen 25 Milliarden Euro umfassenden Rettungsschirm angekündigt, um die Folgen der Corona-Krise einzudämmen. Foto: Federico Gambarini/dpa

Gemessen an der sonst riesigen Wirtschaftskraft Nordrhein-Westfalens allerdings kann man zweifeln, ob diese Summe ausreicht. Das Hilfspaket ist eine Wette auf die Hoffnung, dass die von der Corona-Pandemie ausgelöste Krise nicht zu lange dauert. Ein unkalkulierbarer Faktor: Nicht nur, weil Wirtschaftspsychologie eigenen Gesetzen folgt, sondern auch, weil noch zu viele Menschen die Bedrohung stumpf ausblenden.

Auf die Erfahrung aus der Finanzkrise zu bauen, als aus dem Krisenmodus schnell in den Aufschwung umgeschaltet werden konnte, hilft indes nur bedingt: Corona trifft Wirtschaft und Gesellschaft in ungekannter Breite. Und der Bedarf an Hilfen ist längst nicht gedeckt. Jetzt zahlt sich die – zuletzt in Frage gestellte – Schuldenbremse aus. Die schwarze Null ist Gold wert.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 20.03.2020 06:52
Eine Wette
Die Federal Reserve Bank in den USA hat 1,5 Billionen US-Dollar in den "Markt" gepumpt, die kurzerhand "verpufft" sind. Und sich sehe auch keine wesentliche Erholung, wenn in Deutschland auf Zeit Gelder in die "Märkte" gepumpt werden. Nun haben wir es beim Virus mit einer als traumatisch zu bezeichnenden Katastrophe zu tun, die den Zyklus hin zur Rezession erheblich zu beschleunigen scheint. Zusammenbrüche werden sich nicht vermeiden lassen. Es wird zu einem radikalen Umbruch kommen. Denn ohne Impfstoff bleiben die "Märkte" instabil. Und die politischen und wirtschaftlichen Ziele, wie "Zwachsrate", "Wertsteigerung" und "Gewinnmaximierung" sind im erheblichen Masse gefährdet. Die Disziplinlosikeit und Verantwortungslosigkeit im Umgang mit dem Virus wird dazu beitragen, dass wir mehr Opfer zu beklagen haben. Bisher hat die Solidargemeinschaft einigermassen geklappt. Und ich stelle fest, wenn schon die persönliche Verantwortung für die eigenen Handlungen im Schwinden begriffen ist, wird die Rechtsverbindlichkeit von neuen Gesetzen und Verordnungen nicht lange auf sich warten lassen. Fazit: Wir werden von einer tiefgreifnden wirtschaftlichen und sozialen Rezession begleitet werden. Kleine und grössere Vermögen werden sich über Nacht in nichts auflösen. Nicht zuletzt werden die öffentlichen Haushalte kollabieren
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7335422?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F
AfD-Veranstaltung mit Björn Höcke in Höxter: Wir begleiten den Nachmittag im Newsblog
Rund 500 Gegendemonstranten am Wall erwartet : AfD-Veranstaltung mit Björn Höcke in Höxter: Wir begleiten den Nachmittag im Newsblog
Nachrichten-Ticker