Kommentar zur Corona-Krise
Wir schaffen das nur gemeinsam!

Kontaktverbote mit der Androhung drakonischer Strafen, Gastronomie, Friseure und ähnliche Dienstleistungsbetriebe endgültig dicht, weitgehend einheitliche Regelungen im ganzen Land – und das alles für mindestens zwei Wochen, in NRW sogar noch länger. Die Ausgangssperre ist so gut wie da, heißt aber nicht so. Das kann man nun hasenfüßig nennen oder aber für klug halten – je nach eigenem Standpunkt. Was es am Ende wirklich war, werden wir wohl frühestens in ein paar Monaten wissen.

Sonntag, 22.03.2020, 20:07 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 20:16 Uhr
Ein Mann verfolgt in einem Wohnzimmer die Übertragung der Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: arl-Josef Hildenbrand/dpa
Ein Mann verfolgt in einem Wohnzimmer die Übertragung der Ansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: arl-Josef Hildenbrand/dpa

Es ist ein schmaler Grat, auf dem die Politik wandelt. Und das sorgt für Zoff – nicht nur zwischen Markus Söder und Armin Laschet. Dabei ist klar: Wir sind längst im Ausnahmezustand, den unser Grundgesetz eigentlich nur für den Kriegsfall kennt. Nie zuvor wurden mehr Bürgerrechte eingeschränkt. Durchaus begründet, denn im Krieg sind wir ja auch – im Krieg gegen das Virus. Aber diesen Krieg kann kein Politiker gewinnen. Es wird kein Söder sein, der die Schlacht alleine schlägt – und kein Laschet, der sie verliert.

Wenn wir es schaffen, dann nur gemeinsam! Zeit zu gewinnen bleibt das Gebot der Stunde. Das Wochenende hat gezeigt: Immer mehr Menschen haben das verstanden. Bundeskanzlerin Angela Merkel fand dafür in ih­rer Pressekonferenz zu Recht lobende Worte. Ungewohnt emotional fügte sie an: „Das berührt mich sehr.“ Und wie schon in ihrer Rede an die Nation vom Mittwoch ließ sie nichts unversucht, auch noch dem letzten Mitbürger den dramatischen Ernst der Lage klarzumachen: “Zeigen Sie Vernunft und Herz – ziehen Sie mit, denn es ist besser für uns alle!“

Die Zahl der Neuinfektionen darf nicht so schnell steigen, dass das Gesundheitssystem unter der Last der schwersten Krankheitsfälle kollabiert. Epidemologisch hieße das wohl: alle einsperren, bis die Gefahr vorüber ist – also ein Impfstoff zur Verfügung steht, mindestens aber wirksame Medikamente gefunden sind. Das geht aber kaum, da die Wissenschaft nicht mit schnellen Erfolgen rechnet.

Wir werden also alle zusammen eine ziemliche Ausdauer brauchen – weil das öffentliche Leben womöglich in mehreren Wellen drastisch runtergefahren werden muss. Zugleich aber muss die Versorgung aller aufrechterhalten werden. Und die Wirtschaft darf nicht vollends zusammenbrechen. Denn kein Staat kann die Gesundheit, das Wohlergehen und die öffentliche Sicherheit seiner Bürger garantieren, wenn die Gesellschaft nicht ihren Beitrag leistet. Was nur heißt: Auch ohne formelle Ausgangssperre muss jeder Einzelne von uns weiter mit gutem Beispiel vorangehen. Also: Bleiben Sie zu Hause und bleiben Sie gesund!

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 23.03.2020 08:27
Wir schaffen das gemeinsam
Immer mehr Bereiche unseres Lebens haben sich auf das Internet verlagert. Wir kommunizieren über WhatsApp, Skype, You Tube und Netflix, um nur einige Beispiele zu nennen. Und nun gibt es Menschen, die meinen, dass die Welt zusammenbricht, weil wir zum Schutz unserer Gesundheit in den eigenen vier Wänden bleiben sollen. Dabei ist es heute leichter, mit Freunden Kontakt aufzunehmen. Heute spielt doch die Distanz für eine Kommunikation keine Rolle mehr. Seit einigen Jahren nutze ich das Streaming, beruflich und privat und habe nie das Gefühl gehabt, einsam zu sein. Für mich ist "Digital-Nomad-Life" aus meinemLleben nicht mehr wegzudenken. Streaming-Technologien ermöglichen mir intensive Kontakte, die ich in diesen Tage noch mehr verstärken werde. Das schafft einen Zusammenhalt und ich lerne viel Neues dazu. Das macht meiner Familie und mir das Leben in der Pandemie erträglicher..
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