Kommentar zu den Abiturprüfungen
Corona ist kein Weltkrieg

Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs gab es in Deutschland das Notabitur. Dabei handelte es sich um eine erleichterte Reifeprüfung, die nach dem Krieg längst nicht alle Hochschulen als Zugang zum Studium akzeptierten.

Donnerstag, 26.03.2020, 14:53 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 14:56 Uhr
Die Prüfungen für die Abiturienten in Nordrhein-Westfalen sollen trotz der derzeitigen Schulschließungen wegen der Corona-Krise stattfinden. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Die Prüfungen für die Abiturienten in Nordrhein-Westfalen sollen trotz der derzeitigen Schulschließungen wegen der Corona-Krise stattfinden. Foto: Lino Mirgeler/dpa

In diesen Corona-Zeiten wird viel von „Krieg” gesprochen. Der französische Präsident Emmanuel Macron sieht sein Land angesichts der Bedrohung durch ein Virus „im Krieg“. Und Kanzlerin Angela Merkel hält die Corona-Krise für die „größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg“. Wenn Regierende mit solcher Rhetorik ihre Position zu stärken und ihre Macht zu festigen versuchen, dann wirkt das auf die Gesellschaft. Und zwar nicht positiv.

Das erkennt man auch an der kuriosen Diskussion über die Abiturprüfungen . Natürlich müssen regulär die Klausuren geschrieben und die mündlichen Fächer geprüft werden. So, wie es die Bundesländer jetzt beschlossen haben.

Doch wie hat Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) ernsthaft in Erwägung ziehen können, den Abiturienten im Norden die Prüfung zu erlassen ? Damit hätte sie die Schüler ohne Not zu Notabiturienten gemacht.

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