Kommentar zur „Earth Hour“
Fatale Symbolik mit Hintergedanken

Darauf muss man erst einmal kommen: Während in Deutschland wegen der Corona-Krise wirtschaftlich die Lichter auszugehen drohen und die Leute in ihren Häusern und Wohnungen bleiben, hat die Umweltorganisation „World Wide Fund for Nature“ (WWF) ihre Aktion „Earth Hour“ durchgezogen – um auch in Zeiten von Corona ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Sonntag, 29.03.2020, 20:39 Uhr
Das Brandenburger Tor leuchtet kurz vor Beginn der Earth Hour. Foto: Paul Zinken/dpa
Das Brandenburger Tor leuchtet kurz vor Beginn der Earth Hour. Foto: Paul Zinken/dpa

Das kann man für richtig halten, muss man aber nicht. Denn diese fatale Symbolik dient nicht eben einer besseren Stimmung in der Gesellschaft. Ganz zu schweigen davon, dass Kirchen wie der Kölner Dom gerade jetzt im Dunkeln durchgehend leuchten sollten.

Die Klimaschutzaktivisten müssen dabei zusehen, wie ein Virus ihr Thema in den Medien verdrängt. Ihre Versuche, Corona und Klima irgendwie zu verknüpfen, um wieder wahrgenommen zu werden, sind ziemlich durchsichtig.

Der WWF glaubt, dass die Corona-Pandemie mit der Zerstörung natürlicher Ökosysteme zusammenhänge, und fordert, dass Deutschland in der Corona-Krise die Weichen auf eine klimaneutrale Wirtschaft stellen müsse. Da möchte man glatt fragen: Sonst noch was?

Kommentare

Annette Friederichs  schrieb: 01.04.2020 14:17
Weiterdenken
Sehr geehrter Herr Schnadwinkel,
haben Sie wirklich immer noch nicht verstanden, dass der Klimawandel nicht nur ein Thema für Klimaaktivisten ist, sondern uns alle angeht? Und das wird es bleiben, auch wenn vom Corona-Virus längst niemand mehr spricht. Jetzt besteht die Chance, mit Hilfe der umfangreichen Rettungspakete die zukunftsweisenden, umweltgerechten Technologien zu fördern und nicht zu „business as usual“ zurückzukehren. Sonst noch was? Ja, verantwortungsvolle Kommentare!
Annette Friederichs
Heinz  schrieb: 30.03.2020 17:43
Was für ein nutzloser Kommentar
Was hat sich der Herr Schnadwinkel bei diesem Kommentar nur gedacht. Da kann man nur fragen: "Sonst noch was"???
Ich hoffe sehr, dass wir aus der Corona-Krise lernen und uns in unserem Denken nach immer mehr, mehr und mehr zulasten der Natur umorientieren.
Ich kann dem Kommentar von Herrn Junker voll zustimmen
Heiner Junker  schrieb: 30.03.2020 11:42
Warum sollte gerade ein Dom leuchten
Ich verstehe diesen Kommentar überhaupt nicht. Ob mit oder ohne Corona bleibt die Klimaentwicklung eines, wenn nicht das relevanteste Problem für die Menschen. Auch Krisen wie Hunger, Flucht oder Kriege müssen weiter im Fokus bleiben. Ein Dom ohne Licht ist da ein gutes Zeichen. Ein besseres jedenfalls als Versuche der Kirchen, Glauben irgendwie mit Corona zu verknüpfen, um wieder wahrgenommen zu werden. Die nämlich sind ziemlich durchsichtig. Da möchte man glatt fragen: Sonst noch was?
Paul Schneider  schrieb: 30.03.2020 10:09
Symbolik mit Hintergedanken
"In kalten Umgebungen überlebt das Virus länger als in warmen", sagte Prof. John Nicholls von der Universität Hongkong gegenüber "AccuWeather" "Die Temperatur könnte die Übertragung von COVID-19 signifikant verändern" stellten die Autoren der Studie fest. Und Joseph Faier, ein Virologe, Epidemiologe und Speziealist für Infektionskrankheiten, vermutet, dass der Sonnenschein ein entscheidender Faktor für die Unterdrückung des Virus sei. Ein "warmes" Kima, viel Sonnenschein, höhere Luftfeutigkeit sowie saubere Luft sind schlecht für das Virus und gut für die Menschen. Also ist doch die Frage erlaubt, ob Klimawandel doch gut für die Gesundheit der Menschen ist. Bei weiteren Untersuchungen hat man festgestellt, dass eine verstärkte UV-Strahlung gegen Bakterien und Viren eingesetzt wird. Warum sollte man sie also verringern. Das sind Fragen, die der WWF nicht gerne hört. Dass das Bewusstsein zur erbarmungslosen Ausbeutung der Natur ein Ende finden muss, ist unbestritten. Doch dieser notwendige Übergang wird nicht kontinuierlich erfolgen. Und die jetzige traumastische Katastrophe durch das Virus könnte den Übergang nur dahin beschleunigen, wenn wir wirtschaftliche Zusammenbrueche erleben müssen. Die Wirtschaft wird, ob nun mit oder ohne Klimawandel, diesen Umbruch nicht verkraften. Dazu werden wir schmerzlich erfahren, dass die Menschen jede Art von Verzicht und Einschränkung als Verlust ihrer persönlichen Freiheit empfinden werden. Die Menschen werden alles verweigern, was ihnen nicht vordergründig Lust verschafft und ihrem egoistischen Lebensgenuss dient. Es ist ein Wunsch der Kirchen, nichts zu verweigern, sondern alles anzunehmen, weil es Gottes Fügung ist.
Julia Winterboer  schrieb: 30.03.2020 08:08
Für die Menschen da sein und Klimaschutz betreiben
Sehr geehrter Herr Schnadwinkel,

Sich für Klimaschutz einzusetzen und für die Menschen da zu sein, auch und gerade seitens der Kirche, schließen sich nicht aus. Ganz im Gegenteil: Spätestens mit dem Schreiben von Papst Franziskus "Laudato Si. Die Sorge um das gemeinsame Haus" sollte diese Verbindung ein zentrales Thema sein. In diesem Sinne finde ich Ihren Kommentar bzgl. des Kölner Doms schwach und undifferenziert. Ich würde mir wünschen, dass Sie stattdessen sowohl von gelingenden Aktionen seitens kirchlicher Träger (wo Kirche da ist!), als auch von den positiven Auswirkungen berichten würden, die z.B. der aktuell verringerte Flugverkehr hat und wo sich zeigt, dass wir als Menschheit durchaus in der Lage wäre aktiven Klimaschutz zu betreiben. Vielleicht werden wir als Gesellschaft auch erfinderischer, was unsere Wirtschaftlichkeit betrifft.

Franziskus schreibt: " Ich lade dringlich zu einem neuen Dialog ein über die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten. Wir brauchen ein Gespräch, das uns alle zusammenführt, denn die Herausforderung der Umweltsituation, die wir erleben, und ihre menschlichen Wurzeln interessieren und betreffen uns alle. Die weltweite ökologische Bewegung hat bereits einen langen und ereignisreichen Weg zurückgelegt und zahlreiche Bürgerverbände hervorgebracht, die der Sensibilisierung dienen. Leider pflegen viele Anstrengungen, konkrete Lösungen für die Umweltkrise zu suchen, vergeblich zu sein, nicht allein wegen der Ablehnung der Machthaber, sondern auch wegen der Interessenlosigkeit der anderen. Die Haltungen, welche – selbst unter den Gläubigen – die Lösungswege blockieren, reichen von der Leugnung des Problems bis zur Gleichgültigkeit, zur bequemen Resignation oder zum blinden Vertrauen auf die technischen Lösungen. Wir brauchen eine neue universale Solidarität. (Abschnitt 14)"

In diesem Sinne: Ich freue mich über mehr Dialog zu diesen Themen und hoffe, dass wir es schaffen wirklich in einen Dialog einzutreten, der uns alle zusammenführt!
Bleiben Sie gesund und wenn Sie mögen: Es gibt Live-Gottesdienste in St. Jodokus, ganz ohne Beleuchtung von außen, dafür mitten rein ins Wohnzimmer.

Mit herzlichen Grüßen,
Julia Winterboer
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