Meinung
Eine Zahl, die Hoffnung macht

Es ist eine gute Zahl – eine Zahl, die Hoffnung macht und die nahelegt, dass sich die wochenlangen Einschränkungen des öffentlichen Lebens lohnen. Die Reproduktionsrate (R) liegt bei 0,7 – und das bedeutet, dass ein Corona-Infizierter in Deutschland rechnerisch momentan weniger als einen anderen Menschen ansteckt.

Freitag, 17.04.2020, 19:00 Uhr
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (rechts) und Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts. Foto: dpa
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (rechts) und Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts. Foto: dpa

„R“ ist für alle Virologen , für das Robert-Koch-Institut und für die verantwortlichen Po­litiker nur eine von vielen Zahlen, aber momentan doch so etwas wie die neue Leitwährung. Denn je niedriger die Reproduktionsrate ist, desto größer wird die Chance, die Pandemie in den Griff zu bekommen und die Infektionsketten – wie ganz zu Anfang der Corona-Krise – möglichst lückenlos nachzuvollziehen.

„R kleiner als 1“ nährt die Aussicht darauf, dass die schrittweise Rückkehr zur Normalität möglich ist, ohne einen Jojo-Effekt zu riskieren. Noch aber ist das nur eine Momentaufnahme – und wie bei fast allen Zahlen im Pandemie-Geschehen kann es auch bei der Ermittlung der Reproduktionsrate zu Fehlern kommen.

Hoffnung können wir haben. Für mehr jedoch ist es zu früh. Es wäre gut, wenn das alle im Blick behalten und sich weiter entsprechend verhalten.

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