Kommentar zu Arbeiten in Corona-Zeiten
Lernerfolg mit Home-Office sichern

Inzwischen haben wir sechs Wochen Corona-Lockdown hinter uns. Sechs Wochen mit starken Kontakteinschränkungen, mit viel Home-Office, mit wenig Dienstreisen und reichlich Videokonferenzen. Das nervt an der einen oder anderen Stelle gehörig.

Mittwoch, 22.04.2020, 21:03 Uhr aktualisiert: 22.04.2020, 21:10 Uhr
Symboldbild. Foto: dpa
Symboldbild. Foto: dpa

Aber wir müssen auch mal ernsthaft registrieren: In vielen Situationen haben sich Betriebe und Belegschaften mit wenig Vorbereitungszeit blendend auf die neue Situation eingestellt. Ganze Arbeitsgruppen arbeiten jetzt verteilt auf Wohn- und private Arbeitszimmer und auf stark reduzierte Präsenzen an den Firmenstandorten. Und sie arbeiten – manchmal überraschend – produktiv und fehlerarm. Ein erfreuliches Signal in einer ansonsten sehr angespannten Lage.

Misstrauen war groß

Da dürfte sich auch mancher Arbeitgeber überrascht die Augen reiben. Vor Corona war gerade in Deutschland das Misstrauen gegenüber dem Instrument Home-Office ziemlich groß. Jetzt zu erleben, dass auch ohne permanente analoge Kontrolle alle Beschäftigten ihren Job einfach weiter verantwortungsvoll erledigen, dürfte der einen oder anderen Belegschaft durchaus guttun.

Im besten Falle hat das dann auch Auswirkungen auf die Zeit nach Corona. Dann wird vielleicht an vielen Stellen unbelasteter und vorurteilsfreier über flexiblere Arbeits(zeit)modelle und über die Arbeit im Home-Office diskutiert werden. Auch die Erfahrungen mit Telefon- und Videokonferenz, die jetzt gerade unfreiwillig in großer Zahl gemacht werden, könnten positive Konsequenzen haben. Dann könnten Umwelt und Betriebe gleichermaßen profitieren.

Mangelnde IT-Infrastruktur

Dass das eine oder andere aufwendige Treffen durch eine knappe Videokonferenz ersetzt werden kann, darf man registrieren. Sich daran auch jenseits der Pandemie zu erinnern, hilft Arbeitszeit zu sparen und unsinnige Bahn-, Flug- und Auto-Kilometer zu vermeiden. Dass nicht alles eitel Sonnenschein ist, ist die andere Seite der Medaille.

Wer jetzt viel Tele-Arbeit erledigt, erlebt immer wieder, dass es um die IT-Infrastruktur im Land nicht zum besten bestellt ist. In jeder ordentlichen Videokonferenz ist mindestens ein Teilnehmer dabei, der von ruckelfreien Bildern und Tönen nur träumen kann. Und auch der Zugriff auf die Firmenrechner ist zwar in den allermeisten Fällen irgendwie möglich – es macht aber wegen mangelnder Performance nicht immer Spaß.

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