Kommentar zur Reisewarnung
Hoffnung auf den Sommer

Es ist der Ritt auf einer ganz scharfen Klinge. Auf der einen Seite Corona-Gefahren und drastische Schutzmaßnahmen; auf der anderen Seite geplagte Menschen, die es in der Isolation nur schwer aushalten, und die darbende Tourismusindustrie.

Mittwoch, 29.04.2020, 20:41 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 20:50 Uhr
Urlauber bei schönem Wetter am Strand von Norddeich. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa-Archiv
Urlauber bei schönem Wetter am Strand von Norddeich. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa-Archiv

Mit der Verlängerung der Reisewarnung beweist die Bundesregierung Augenmaß. Den verhinderten und enttäuschten Reisenden der nächsten Wochen bringt die Regelung Rechtssicherheit in Sachen Storno und Ab­sagen. Und für die Sommerferien, die in den letzten ­Juniwochen in den ersten Bundesländern beginnen, lässt das noch Hoffnung. Vielleicht geht ja noch was.

Der Drei-Phasen-Vorschlag einiger Bundesländer zeigt einen möglichen Weg aus dem kompletten Lockdown. Vorsichtig erste tagestouristische Angebote zulassen, dann auch schon etwas Gastronomie und erste Übernachtungsmöglichkeiten erlauben, bevor der Normal­betrieb wieder aufgenommen wird: Das könnte ein Weg sein – wenn es wohlüberlegt geschieht und die Virologen keine Einwände erheben. Kinder und Erwachsene würden sich freuen – und dank der Vorfreude dem drohenden Lagerkoller noch ein paar Wochen widerstehen.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 30.04.2020 08:30
Hoffnung auf dem Sommer
Der Urlaub, der uns in der" schwierigen Situation" ein angenehmes und uneingeschränktes Leben verspricht, rückt in weite Ferne. Für viele ist der Verzicht auf einen Urlaub eine Einschränkung der persönlichen Freiheit und somit schwer zu akzeptieren, Nun muss die Bundesregierung die Freude des Urlaubs entäuschen. Das Virus fordert seinen Tribut. Es sind jedoch nicht nur die enttäuschten Urlauber/innen, sondern das sich abzeichnende Chaos für die kleinen und mttleren Betriebe der Tourismusbranche, die mit 105,2 Milliarden Euro zum BIP beitragen. Sie werden die Leidtragenden sein, denn sie haben keinen Zugang zu staatlichen Fördermitteln. Wenn also jemand einer Förderung wirklich bedarf, dann ist es diese Branche, mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung von 6,8 %. Und so werden wir in den nächsten Tagen den Unmut dieser Branche zu spüren bekommen. Und ich frage mich, was aus den "Eckwerten" dieser Bundesregierung für die Tourismusbranche wird. Die FDP, die die Förderung dieser Branche auf ihr Schild geschrieben hat, hat ohnehin keine Chance.
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