Di., 19.05.2020

Kommentar zum Naturschutz Realitätssinn statt Romantik

Bioprodukte wie diese Möhren aus Niedersachsen haben es gegen ihre günstigen Konkurrenten im Supermarkt schwer.

Bioprodukte wie diese Möhren aus Niedersachsen haben es gegen ihre günstigen Konkurrenten im Supermarkt schwer. Foto: dpa

Von Andreas Kolesch

Wir Deutschen wollen alles gleichzeitig: frisches Obst und Gemüse das ganze Jahr, preiswertes Fleisch alle Tage – und eine schöne Natur, die sich am besten bei den gerade so angesagten Waldspaziergängen genießen lässt. Und wir erfreuen uns an dem romantischen Gedanken, dass es wieder Wölfe gibt.

Der Beruf des Landwirts hat mit Romantik wenig zu tun. Die Bauern stehen unter Kostendruck. Sie müssen ihre Produkte an Supermarktketten verkaufen, die ihre Kunden zumeist als Pfennigfuchser kennen. Bio-Produkte machen weit weniger als ein Zehntel des Lebensmittelumsatzes aus. Und Wölfe sind für Landwirte vor allem ein Kostenfaktor, weil sie Schäden oder Aufwände zur Schadenabwehr verursachen.

In diesem Spannungsfeld agiert die Naturschutzpolitik. Sie hat einiges erreicht. Es bleibt aber auch noch viel zu tun. Die Artenarmut in landwirtschaftlich genutzten Gebieten etwa muss alarmieren.

Wer mehr für die Natur tun will, muss die Romantik sausen lassen und sich der Realität stellen. Appelle sind wohlfeil, Pachtprogramme für Brach- und Schutzflächen bringen mehr. Naturschutz gibt es eben nicht zum Nulltarif.

 

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Naturschutz

Es gab einmal ein Gesetz, das schützte die Natur und die Umwelt im Namen des deutschen Volkes und verhinderte Schäden an unberührter Natur durch die Wirtschaftsentwicklung. Jeder, dessen Handlung die Natur schädigte oder die Umwelt signifikant veränderte, wie industrielle und landwirtschaftliche Interessen, musste die Erlaubnis der Behörde einholen. Es war das Reichsnaturschutzgesetz und die Reichsnaturschutzbehörde. Nach dem 2. Weltkrieg haben dieses Gesetz Grossbritanien und Frankreich und in letzter Zeit die USA übernommen. Und sollte dieses Gesetz nicht Grundlage des Naturschutzes sein? Selbst der "Grüne" Jürgen Trittin erkannte bereits 2002 die Zusammenhänge. Und was ist daraus geworden? Die Erde gerät immer mehr aus dem ökologischen Gleichgewicht. Wir lassen uns immer mehr Erneuerungen einfallen, die die Natur beeinflussen. Doch an der herrschenden Struktur ändert sich nichts. Alles soll beim Alten bleiben. Damit beschleunigen wir aber das aufziehende Desaster für die Natur. Warum? Wir müssen feststellen, dass die Verantwortlichen auf diesem Globus über ein deformiertes, weil zutiefst neurotisches, verzerrt-eindimensionales Bewusstsein verfügen, dass den Menschen als Mittelpunkt sieht und sie vergessen, dass die Natur Teil des Menschen ist. So gesehen hat der Mensch Erde, Pflanze und Tier in sich. Realitätssinn kann hier nur heissen, dass wir uns der" integralen Teifenökologie" als Ganzheitswissenschaft öffnen.

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