Kommentar zu Lohnersatz für Eltern
Das ist alternativlos

Entscheidung der Bundesregierung, Eltern länger Lohnersatz zu zahlen, wenn sie sich in der Corona-Krise um ihre Kinder kümmern und darum nicht arbeiten gehen können, ist natürlich richtig und derart alternativlos, dass man sich schon wundern kann, dass über ein frühes Aus überhaupt diskutiert werden musste.

Donnerstag, 21.05.2020, 13:27 Uhr aktualisiert: 21.05.2020, 13:30 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Zehn Wochen lang bekommen Väter und Mütter, die sich zu Hause um ihre Kleinen kümmern, weil Kitas und Schulen zwar langsam wieder anlaufen, aber noch weit entfernt vom Regelbetrieb sind, nun 67 Prozent ihres Lohnes vom Staat. Als Verdienstausfallentschädigung. Bei Alleinerziehenden sind es sogar 20 Wochen.

In den vom Virus wüst durcheinandergewirbelten Zeiten, in denen fast nichts mehr normal ist, nimmt das Familien zumindest befristet existenzielle Sorgen und gibt auf Zeit ein Minimum an Sicherheit. Beides ist dringend nötig. Gerade Eltern stehen in der Krise besonders unter Druck. Nach dem Lockdown machen sich die Länder wieder locker. Die Geschäfte öffnen, Kneipen auch, der nahe Sommerurlaub scheint eingeschränkt möglich – kurzum: Ein Hauch von Normalität macht sich breit. Schulen und Kitas hingegen sind weitgehend dicht oder laufen weiterhin auf Sparflamme. Und das wird allem Anschein nach auch längere Zeit so bleiben. Niemand kann derzeit sagen, wann Schüler in Deutschland an fünf Tagen in der Woche wieder zur Schule gehen, keiner weiß, wann Kitas wieder verlässlich öffnen. Eine zweite Infektionswelle, ein neuer Lockdown und Wünsche vertrocknen zu Blütenträumen.

Was bedeutet: Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch zehn Wochen Lohnersatz- zahlung in vielen Fällen nicht reichen werden. Angesichts der vielen Milliarden, die der Staat dankenswerterweise zur Stabilisierung der Wirtschaft in die Hand genommen hat, dürfte auch über eine zweite Verlängerung nicht diskutiert werden. Einerseits, weil es der Qua- dratur eines Kreises gleichkommt, sich um Kinder zu kümmern und zugleich arbeiten zu gehen. Mithin Eltern auf Hilfe angewiesen sind. Andererseits, weil der Staat dankenswerterweise und ohne zu zögern viele Milliarden in die Hand genommen hat, damit die Wirtschaft lebensfähig bleibt. Das gleiche Engagement dürfen Familien auch erwarten. Alles andere bärge ein gefährliches

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