Kommentar: Corona-Realität
Zwang für Freiheit

Wir sind auf dem besten Weg, uns an die veränderte „Normalität“ zu gewöhnen. Abstand halten, Schlange stehen, Hände desinfizieren, Maske immer griffbereit. Es nervt mitunter gewaltig. Aber es geht. Und alles spricht dafür, dass diese neuen Alltags-Umstände helfen, die Corona-Seuche in die Schranken zu weisen.

Sonntag, 24.05.2020, 21:30 Uhr aktualisiert: 24.05.2020, 22:00 Uhr
Ein Schild vor dem Restaurant im Landkreis Leer, nach dessen Besuch mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Foto: Lars-Josef Klemmer/dpa
Ein Schild vor dem Restaurant im Landkreis Leer, nach dessen Besuch mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Foto: Lars-Josef Klemmer/dpa

Wahr ist aber eben auch, dass der Weg in die Gewohnheit nicht zu Nachlässigkeit oder gar Gleichgültigkeit führen darf. Als wenn es dafür noch eines Beweises bedurfte: Der Infektionsfall im niedersächsischen Landgasthof riecht förmlich, den Beteuerungen des Wirtes zum Trotz, nach gelebter und vorsätzlicher Verantwortungslosigkeit. Sowohl aufseiten des Betreibers als auch aufseiten der Gäste. Sie zahlen dafür mit Krankenhaus, Quarantäne und womöglich saftigem Bußgeld.

Der Gastronom nur ein schwarzes Schaf? Wer weiß. Fakt ist, dass die unverzichtbare, ja existenzielle Grundlage unserer veränderten, mit ein wenig Freiheit ausgestatteten „Normalität“ die Einhaltung der unnormalen Verhaltensvorschriften ist. Ohne diesen Zwang keine Freiheit. Wer immer glaubt, er könne sich ein Spiel mit dem Feuer leisten, riskiert Gesundheit und Leben.

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