Kommentar zum Missbrauchsfall Münster
Perverse Brutalitäten

Es zahlt sich aus, dass NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) nach dem Missbrauchsfall Lügde per Erlass die Bearbeitung von Kindesmissbrauch und der sogenannten Kinderpornografie zu einem Schwerpunkt der Polizeiarbeit erklärt hat. Landesweit sind es jetzt 400 statt 100 Polizisten, die in den 47 Kreispolizeibehörden diese Taten verfolgen, und die Beamten machen ganz offenbar einen guten Job.

Dienstag, 09.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 05:02 Uhr
Bei den Ermittlungen in Münster. Foto: Guido Kirchner/dpa
Bei den Ermittlungen in Münster. Foto: Guido Kirchner/dpa

Klar: Die Zahl der Polizisten hat der Minister nicht aufgestockt, es war nur eine Verschiebung. Andere Verfahren bleiben jetzt liegen, oder ihre Bearbeitung dauert länger. Aber das müssen wir hinnehmen. Denn auch der jüngste Fall aus Münster zeigt wieder, wie schutzlos die Kinder ohne den Staat sind. Nicht einmal die eigene Mutter, das ist zumindest der Ermittlungsstand, hat etwas gegen den Missbrauch eines Jungen unternommen. Dabei verschleiert das Wort Missbrauch, um welche perversen Brutalitäten es geht. Wie auch das Wort Kinderpornografie verharmlosend ist, denn das ist keine Pornografie, das sind Missbrauchsvideos.

Beschämend ist deshalb, dass die Bundesregierung die Strafverschärfung, die die Länder schon vor mehr als einem Jahr gefordert haben, bis heute nicht auf den Weg gebracht hat.

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