Kommentar zur gesunkenen Stickoxidbelastung
Zeit zum Luftholen

Das Gute an den Zahlen des Umweltbundesamtes zur NO2-Belastung ist: Sie geben den Politikern – bundesweit und vor Ort – Zeit, Luft zu holen und erneut nachzudenken. Abgesehen von den 25 Städten, in denen der Höchstwert auch 2019 überschritten wurde, taugen sie nun nicht mehr als Hammer, um auf Dieselfahrzeuge einzuschlagen, in Wirklichkeit aber andere Ziele zu verfolgen.

Mittwoch, 10.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 05:03 Uhr
Symbolbild. Foto: Sebastian Gollnow/dp
Symbolbild. Foto: Sebastian Gollnow/dp

Zu den anderen Zielen gehört die weitgehende Verbannung des privaten Autoverkehrs aus der City. Das schützt die Gesundheit der Einwohner; dem Schutz des Klimas dient es, anders als behauptet, aber dann nicht, wenn die Autos stattdessen Umwege fahren und unterm Strich mehr Abgase an die Luft abgeben.

Dem Klimaschutz könnte dienen, wenn weniger Menschen allein in übermotorisierten Autos unterwegs wären. Dies lässt sich durch Verbote sinnvoll nur steuern, wenn zugleich das Alternativangebot des öffentlichen Nahverkehrs ausgebaut wird. Der Umstieg muss machbar und attraktiv sein – übrigens auch der Umstieg aufs Fahrrad oder E-Bike. Dass die Branche sogar in Corona-Zeiten boomt, ist ein gutes Signal. Luft holen, Emotion abkühlen: Das kann allen Seiten helfen – sofern Entscheidungen nicht auf den Nimmerleinstag vertagt werden.

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