Kommentar zum Corona-Ausbruch bei Tönnies
Viele offene Fragen

Mehr als 650 nachgewiesene Corona-Infektionen beim Fleischkonzern Tönnies: Das ist eine erschreckende Nachricht und zeigt, dass die Ansteckungsgefahr keinesfalls gebannt ist.

Mittwoch, 17.06.2020, 21:02 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 21:06 Uhr
Die Schlachtung im Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück ist ausgesetzt. Foto: Wolfgang Wotke
Die Schlachtung im Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück ist ausgesetzt. Foto: Wolfgang Wotke

Zudem stellen sich viele Fragen. Wie kann es sein, dass das Virus sich so rasend schnell unter Mitarbeitern eines Betriebs ausbreitet, der Lebensmittel herstellt? Sind die Hygienevorkehrungen wirklich ausreichend? Und begünstigt die feucht-kalte Luft im Schlachthof die Ausbreitung des Erregers? Wenn ja – was erwartet uns alle dann im Herbst und Winter, wenn das Wetter wieder kalt und nass wird? Und nicht zuletzt: Wird tatsächlich genug getestet? Nicht nur freiwillig, sondern von Amts wegen?

Leidtragende des Corona-Ausbruchs sind nicht nur die betroffenen Mitarbeiter und ihre Angehörigen, sondern alle Familien mit Kindern im Kreis Gütersloh. Schulen und Kitas bis zu den Ferien dicht: Die mühsam in Teilen zurückgewonnene Normalität ist wieder verloren.

Für Entwarnung in Sachen Corona ist es also eindeutig zu früh. Gemeinsam ist noch viel Disziplin notwendig – weitere Rückschläge nicht ausgeschlossen.

 

Kommentare

Joerg Borgstedt  schrieb: 18.06.2020 07:52
Himmelschreiender Schwachsinn
Meine Logik wird gerade auf eine ganz harte Probe gestellt. Ich bin generell jemand, der Regeln und ihre Einhaltung befürwortet, nur: Sinn sollten sie schon machen.

Gestern hat der Kreis Gütersloh beschlossen, ab heute Knall auf Fall Schulen und Kindergärten im gesamten Kreisgebiet wieder zu schließen, nachdem im Fleischzerlegebetrieb Tönnies Hunderte Arbeitssklaven positiv auf Corona getestet wurden.

Ich habe mir mal den Spaß gemacht, Tönnies auf der Karte einzuzeichnen und einen Kreis mit dem Radius der größtmöglichen Entfernung zu einer Kreisgrenze drum herum zu zeichnen. Es sind relativ genau 30 km. Leider bekomme ich die Karte hier nicht rein.

Wenn man das sieht wird die völlige Unsinnigkeit der Maßnahme überdeutlich. Was ist denn mit den ganzen anderen Gebieten, die nicht im Kreis Gütersloh liegen? Ich habe es recherchiert. Wenn nicht alle umliegenden Kreise und ja sogar das mit betroffene Nachbarland Niedersachsen bei der Pflege ihrer Websites mit den neuesten Informationen Winterschlaf halten, dann passiert da: NIX!

Natürlich kann man sagen, dass der Kreis Gütersloh nur Maßnahmen für den Kreis Gütersloh beschließen kann. Das stimmt auch. Aber: Der NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat den Quark mit ausgekaspert.

Das geht in meinen Kopf nicht rein.
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