Kommentar zur Schließung von 62 Karstadt Galeria Kaufhof-Filialen
Und wer ruft beim Amazon-Chef an?

Was waren Kaufhaus-Chefs früher wichtige Leute! Wer wollte, dass in seiner Stadt etwas los ist, der wandte sich an den Leiter des örtlichen Warenhauses von Karstadt, Kaufhof oder Hertie.

Freitag, 19.06.2020, 19:29 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 19:32 Uhr
Soll geschlossen werden: Karstadt in Bielefeld. Foto: Bernhard Pierel
Soll geschlossen werden: Karstadt in Bielefeld. Foto: Bernhard Pierel

Hertie hat sich schon lange vom Markt verabschiedet. Bei Kaufhof und Karstadt dauert die Krise Jahrzehnte. Auch die Fusion der Konzerne brachte keine Rettung – ebenso wenig wie frühere Filialschließungen und Sparwellen.

Vielleicht hätte der jetzige Kahlschlag vermieden werden können, wenn die Kaufhäuser nicht wegen der Pandemie wochenlang geschlossen gewesen wären. Sicher ist das aber nicht. Handel ist Wandel. Während der Essener Konzern sich – mit Ausnahme von Paderborn – fast vollständig aus OWL zurückzieht, kann eine anderer, gemeint ist Amazon, nicht genug Flächen akquirieren, um weitere große Lager zu errichten.

Es gab Managementfehler. Es gab den Größenwahn eines gewissen Thomas Middelhoff. Doch das ist Schnee von gestern. Wie wichtig Warenhäuser für das Leben in der City waren, wird man bald feststellen, wenn sie in nicht mehr da sind. Ob der Amazon-Chef ein offenes Ohr hat, wenn aus Bielefeld und Gütersloh Bitten um Unterstützung an ihn herangetragen werden?

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