Kommentar zu den erneuten Beschränkungen im Kreis Gütersloh
Es gab keine Alternative

Es hat viel zu lange gedauert, bis sich die Landesregierung und der Kreis Gütersloh durchgerungen haben, die gerade zurückgewonnenen Freiheiten der Bürger wieder einzuschränken . Aber es gab dazu keine Alternative.

Dienstag, 23.06.2020, 19:30 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 19:38 Uhr
Rheda-Wiedenbrück: Ein Mann zeigt den Helfern, wie ein Schutzanzug richtig angezogen wird. In der Kreisfeuerwehrschule für den Kreis Gütersloh werden die mobilen Teams aus Bundeswehr und Hilfsorganisationen gebildet, die anschließend im gesamten Kreis Gütersloh die Menschen in Quarantäne aufsuchen und testen. Foto: David Inderlied/dpa
Rheda-Wiedenbrück: Ein Mann zeigt den Helfern, wie ein Schutzanzug richtig angezogen wird. In der Kreisfeuerwehrschule für den Kreis Gütersloh werden die mobilen Teams aus Bundeswehr und Hilfsorganisationen gebildet, die anschließend im gesamten Kreis Gütersloh die Menschen in Quarantäne aufsuchen und testen. Foto: David Inderlied/dpa

Der Versuch der Politiker, einen erneuten Lockdown zu verhindern, indem man den Corona-Ausbruch bei Tönnies als örtlich begrenztes, beherrschbares Ereignis hinzustellen versuchte, war nicht überzeugend. Man kann vielleicht auf einen kreisweiten Lockdown verzichten, wenn ein Altenheim zum Corona-Hotspot wird. Aber bei mehr als 1500 Infizierten, die an mehr als 1000 Adressen in etlichen Kreisen wohnen, die zum Teil berufstätige Ehepartner haben und Kinder – da ist nichts mehr beherrschbar. Das zeigt sich ja auch daran, dass jetzt mancherorts die Quarantäne nur mit Einsatzhundertschaften durchgesetzt werden kann.

Im Mai hatten Bund und Länder die Corona-Auflagen gelockert und vereinbart: Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sollte wieder reagiert werden. Der Kreis Gütersloh steuerte schon länger auf diesen Wert zu, aber außer Schul- und Kitaschließungen passierte nichts. Erst jetzt, als der Wert 257 betrug, griff die Politik ein.

Das entschlossene Vorgehen, das Politiker in den ersten Monaten der Krise auszeichnete, ist so nicht mehr erkennbar. Klar macht man sich unbeliebt, wenn man indirekt dafür sorgt, dass Urlaubsorte Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf aussperren . Aber was ist die Alternative? Das Virus machen lassen? Die Reproduktionszahl steigt wieder, seit Tagen schon.

Kommentare

fomi  schrieb: 23.06.2020 22:32
Wo ist der Sinn?
Nun denn. Urlauber aus GT werden nach Hause geschickt. Bielefelder nicht, obwohl sie von Menschen aus GT fast umzingelt sind. Auch die Niedersachsen sind Nachbarn von GT, aber nicht von Bielefeld. Aber Osnabrück schottet sich gegen die Gütersloher ab. Und zuletzt dürfen Fußballer, die mehrfach in der Woche gestestet werden, nicht im Freien in ihrer Heimat OHNE Zuschauer ein Spiel austragen. Woran soll ich mich als GTler eigentlich noch halten, wenn die nächste Lokalität 2 km von mir entfernt in LIPPE ist? Finde den Fehler!

Aber Gütersloher werden ja nicht stigmatisiert.
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7464826?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F
Ärger um Abstandsregel und Maskenpflicht
Wie auf diesem Foto zu sehen ist, sind die Abstandsregeln nicht eingehalten worden. Auch einen Mund-Nasen-Schutz haben die meisten Schüler nicht getragen. Foto:
Nachrichten-Ticker