Kommentar zur Lufthansa
Noch die Kurve gekriegt

Es ist gut, dass der Münchner Milliardär und Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele am Donnerstag auf der Hauptversammlung noch die Kurve bekommen hat. Hätte er Kurs gegen die Staatsbeteiligung gehalten, hätte dies unweigerlich zu einer Bruchlandlandung geführt – sprich: zur Insolvenz.

Donnerstag, 25.06.2020, 20:12 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 20:16 Uhr
Lufthansa-Flugzeug hebt ab. Foto: dpa
Lufthansa-Flugzeug hebt ab. Foto: dpa

Die größte deutsche Airline steckte freilich auch schon vor der Corona-Pandemie in Turbulenzen. Die Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Gewerkschaften waren zum Leidwesen der Kundschaft ein ständiger Flugbegleiter. Hinzu kam für alle Airlines der Gegenwind durch eine kritische Gesellschaft, die in zunehmend größerer Zahl von der Luftfahrtbranche einen spürbareren Beitrag zu Klima- und Umweltschutz verlangt.

Die Staatsbeteiligung , die als Pfand für den Neun-Milliarden-Beitrag des Steuerzahlers zur Sanierung der Lufthansa herhalten muss, ist ungeliebt, aber angesichts eines monatelangen flugzeugfreien Himmels auch unumgänglich.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 26.06.2020 07:35
Lufthansa
Wenn man Kunden- und damit Geldverlust dadurch auszugleichen versucht, in dem man eine Finanzspritze des Bundes - ohne Gegenfinanzierung - in die Sicherung der Lufthansa setzt, dann hat man sicherlich die "Kurve gekriegt", aber das "Schleudertrauma" wird seine Nachwirkungen alsbald zeigen. Die Gesundung kann nur um den Markt erfolgen. Jedoch werden Nebenwirkungen bleiben. Diese sehen wir heute schon ansatzweise. Für das Peronal geht es weiter, aber mit schlechteren Arbeitsbedingungen, wenn man nicht sogar den Arbeitsplatz verliert. Ist das der Preis für die Privatisierung der Air-Line?
1 Kommentare
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