Kommentar zum Tönnies-Rückzug
Das ist nur der Anfang

Clemens Tönnies macht Platz – zumindest beim FC Schalke 04. Der Rückzug vom Posten des Aufsichtsratschefs ist aus Sicht vieler Fans überfällig. Für sie war Tönnies schon seit dem vergangenen Sommer nicht mehr tragbar, als er beim „Tag des Handwerks“ in Paderborn durch rassistische Äußerungen in die Kritik geraten war.

Dienstag, 30.06.2020, 19:29 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 19:34 Uhr
Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 im Jahr 2019: Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies verlässt das Rednerpult. Foto: Tim Rehbein/dpa
Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 im Jahr 2019: Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies verlässt das Rednerpult. Foto: Tim Rehbein/dpa

Wem sein unehrenvoller Abgang am Ende aber nützt, wird sich erst noch zeigen. Denn schon länger wird man das Gefühl nicht los, dass so mancher Schalker glaubt, im wortgewaltigen Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück den idealen Sündenbock für das Missmanagement eines ganzen Vereins gefunden zu haben. Was ei­ner grandiosen Fehleinschätzung gleichkommt.

Apropos Sündenbock: Spätestens mit dem massiven Corona-Ausbruch in seinem Schlachtbetrieb hat Tönnies auch als Unternehmer den letzten Kredit verspielt. Nun scheint es, als rüste er selbst zur letzten Schlacht. Gut möglich, dass der Fleischbaron auch deshalb nicht mehr Schalke-Boss sein will, um in und von seinem Konzern das zu retten, was noch zu retten ist. Der 64-Jährige hat zwar gesagt, in der Stunde der Not nicht davonlaufen zu wollen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und so gilt wohl: Der gestrige Rücktritt von Clemens Tönnies war nur der Anfang.

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