Kommentar: Neue Hiobsbotschaften
Präsident Trumps Albtraum

Als „schlimmsten Albtraum“ hat US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci das Coronavirus bezeichnet – auch mit Blick auf das Rekordhoch von 65 000 Neuinfektionen am Tag. Für Präsident Trump gleicht die Lage ebenfalls einem Albtraum: Täglich erreichen ihn neue Hiobsbotschaften oder es gibt weitere Baustellen, die er selbst verschuldet hat. Da schon in weniger als vier Monaten gewählt wird, rennt ihm die Zeit davon.

Freitag, 10.07.2020, 20:57 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 21:00 Uhr
Donald Trump am Weißen Haus. Foto: dpa
Donald Trump am Weißen Haus. Foto: dpa

Sein Rivale Joe Biden ist der große Profiteur. Dabei kann der Präsidentschaftskandidat der Demokraten quasi die Hände in den Schoß legen und genüsslich zusehen, wie Trump sich selbst noch tiefer in den Schlamassel manövriert. Da ist zum einen der Streit um die Steuerunterlagen, der Trump weiter belastet. Zudem halten ihn immer wieder BuchVeröffentlichungen auf Trab: Nachdem der frühere Nationale Sicherheitsberater John Bolton dem Präsidenten ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt hat, liefert jetzt Trumps Nichte Mary ein Enthüllungsbuch, in dem sie ihren Onkel mit einem Dreijährigen vergleicht.

Und wie ein dicker Mühlstein hängt Trump die Rassismus-Debatte um den Hals. Im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger Barack Obama hat er jegliche Empathie vermissen lassen und es versäumt, Brücken zu bauen. Stattdessen setzt er auf Spaltung und wird das Thema nicht mehr los. Am Freitag zeichnete New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio mit Aktivisten den Schriftzug „Black lives matter“ auf die Fifth Avenue – ausgerechnet vor dem Trump Tower. Eine weitere Demütigung für den Präsidenten. Währenddessen geht Trumps Kontrahent Biden vor seinem Kindheitshaus in Scranton auf die Knie, um eindrucksvoll seine Solidarität mit der „Black lives matter“-Bewegung zu zeigen. Biden sticht zudem mit seinem Wirtschaftsplan in eine klaffende Wunde und setzt mit Blick auf die gerade zu Beginn der Corona-Krise eklatant gestiegene Arbeitslosigkeit Akzente. Auch außenpolitisch hat Trump nachhaltigen Schaden angerichtet, zum Beispiel auf Kosten der transatlantischen Partnerschaft.

Vor allem aber bleibt an Trump das Bild eines miserablen CoronaKrisenmanagers hängen. Er hat fatalerweise Gesundheitsexperten nicht vertraut, das Virus verharmlost und es versäumt, eine einheitliche Krisenstrategie zu initiieren. Das führte auch dazu, dass einige Bundesstaaten zu früh Maßnahmen lockerten und jetzt zurückrudern müssen. Man kann nur hoffen, dass Trump bei den Wahlen im November die Quittung bekommt. Alles andere wäre ein Albtraum.

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