Kommentar zum Streit zwischen USA und China
Der neue kalte Krieg

Ist der Kalte Krieg zwischen den USA und China noch aufzuhalten? Die Schließung des Konsulats in Houston ist ein weiterer Nadelstich Trumps in Richtung Peking, das sich seinerseits außenpolitisch immer aggressiver verhält: Der Griff auf Hongkong wird enger, im Konflikt mit Indien und im südpazifischen Meer fährt China auf Kollisionskurs. Es ist richtig, darauf selbstbewusst zu reagieren, schon um die Partner Japan, Australien und Taiwan zu schützen.

Donnerstag, 23.07.2020, 07:17 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 07:34 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Doch Trump wäre nicht Trump, wenn es ihm nicht um Innenpolitik ginge. Der von Corona gebeutelte Bundesstaat Texas ist heiß umkämpftes Wahlkampfgebiet. Trump möchte die Frage „Wer ist am härtesten zu China?“ ins Zentrum stellen – schon um von seinem Versagen als Krisenmanager abzulenken. China taugt für ihn perfekt als Sündenbock. Dabei hat Trump selbst in seinem China-Kurs geschwankt und das weltpolitische Vakuum geschaffen, das Peking knallhart ausfüllt.

Im Alleingang und mit diplomatischen Nadelstichen kann Trump Peking nicht stoppen. Er muss andere demokratische Industriestaaten mitnehmen, wie es Biden plant. Nur Allianzen haben die Macht, den gefährlichen Wettbewerber China in die Schranken zu weisen.

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