Kommentar zu zehn Jahren Loveparade-Katastrophe
21 Tote – null Verantwortliche

Wenn 21 junge Leute bei einer Großveranstaltung ihr Leben verlieren, ist das eine Tragödie. Wenn dafür niemand verantwortlich sein soll, ist das ein Skandal.

Donnerstag, 23.07.2020, 19:28 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 19:32 Uhr
Duisburg im Juli 2010: Tausende Raver drängen sich auf der Loveparade in und vor dem Tunnel, in dem sich eine Massenpanik ereignet hat. Foto: Erik Wiffers/dpa
Duisburg im Juli 2010: Tausende Raver drängen sich auf der Loveparade in und vor dem Tunnel, in dem sich eine Massenpanik ereignet hat. Foto: Erik Wiffers/dpa

Bei der Loveparade hat der Staat – nämlich: Politik, Behörden und Justiz – versagt. Bei der Zustimmung, bei der Vorbereitung, bei der Durchführung und bei der Aufarbeitung .

Nach zehn Jahren hat sich der Eindruck sogar noch einmal verfestigt, dass auf jeder Verantwortungsebene insgeheim gedacht wird: Wer da hinging, war selbst schuld – und trug die Verantwortung für seinen Tod selbst.

Zur Erinnerung: 2009 hatten die Stadt Bochum und die Loveparade Berlin GmbH die Party aus Sicherheitsgründen ausfallen lassen, weil die Kapazität der Infrastruktur für die Bewältigung der Massen nicht ausreichend gewesen war. Ein Jahr später kam man in Duisburg zu einer anderen Bewertung.

Ob die Loveparade, der Einsturz des Kölner Stadtarchivs oder die Missbrauchsfälle von Lügde: Wenn Politik und Behörden Fehler machen, müssen die Entscheidungsträger zur Verantwortung gezogen werden.

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