Kommentar zu Corona-Tests an Flughäfen
Unausgegorene Idee

Jetzt wird es abenteuerlich. Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, sollen noch auf dem Flughafen einen Corona-Schnelltest vornehmen lassen. Keine schlechte Idee, um Infizierte gar nicht erst zu neuen Infektionsherden werden zu lassen, könnte man meinen. Aber dann hätte man zu kurz gedacht.

Freitag, 24.07.2020, 20:28 Uhr aktualisiert: 24.07.2020, 20:32 Uhr
Passagiere gehen am Flughafen Frankfurt an Deutschlands erstem «Flughafen-Corona-Test»-Zentrum vorbei. Foto: Boris Roessler/dpa
Passagiere gehen am Flughafen Frankfurt an Deutschlands erstem «Flughafen-Corona-Test»-Zentrum vorbei. Foto: Boris Roessler/dpa

Die ganze Idee ist unausgegoren. Wo steckt das Risiko? In Reisenden, die sich in Gebieten mit hohen Infektionszahlen verantwortungsvoll benehmen? Oder bei Urlaubern, die vor den Corona-Regeln in Deutschland fliehen und es in vergleichsweise sicheren Ländern mal so richtig krachen lassen? Sind Autofahrer gefeit vor Infektionen? Und wo kommen auf einmal die Testkapazitäten her? Bisher schafft der Flughafen München beispielsweise keine 100 Tests am Tag.

Schlimmer noch ist die Unsicherheit im Test selbst. Der kann ganz frische Infektionen gar nicht erkennen. Kein Schnelltest wird die 14-tägige Quarantäne ersetzen können. Was also sollen die Schaufenstermaßnahmen auf den Flughäfen? Stattdessen müssten flächendeckende Testmöglichkeiten in der ganzen Republik geschaffen und die Frage der Kostenübernahme einheitlich geklärt werden.

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