Kommentar zur Fleischbranche
Tönnies meint es ernst

Den Worten folgen Taten. Als Clemens Tönnies auf dem Höhepunkt der Corona-Krise in seinem Unternehmen vor die Kameras trat und erklärte, dass ausgerechnet er die Fleischbranche zum Besseren verändern wolle, konnte und wollte die Öffentlichkeit das kaum glauben.

Dienstag, 28.07.2020, 19:44 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 08:04 Uhr
Daniel Nottbrock, Geschäftsführer der Tönnies Holding, steht in der Küche in einem Appartment eines neu gebauten Studentenwohnheims. Der Fleischkonzern Tönnies will nach viel Kritik an den Wohnbedingungen für viele Werkvertragsarbeiter neue Wohnungen bauen lassen. Muster sollen die neuen Studenten-Appartments in Lemgo sein Foto: dpa
Daniel Nottbrock, Geschäftsführer der Tönnies Holding, steht in der Küche in einem Appartment eines neu gebauten Studentenwohnheims. Der Fleischkonzern Tönnies will nach viel Kritik an den Wohnbedingungen für viele Werkvertragsarbeiter neue Wohnungen bauen lassen. Muster sollen die neuen Studenten-Appartments in Lemgo sein Foto: dpa

Nun scheint es nicht mehr nur so, als könnte sich etwas an den Ar­beits- und Wohnbedingungen ändern. Tönnies will es nicht bei Versprechungen belassen. Sein Plan: die Arbeiter, die bislang über Werkverträge bei Subunternehmern beschäftigt sind, fest anstellen; ihnen Wohnraum zu fairen Konditionen anbieten ; für den Transport von der Wohnung zum Betrieb und retour sorgen.

Osteuropäische Subunternehmer müssen dies als Angriff auf ihr Geschäftsmodell werten. Denn die Abzocke für Schlafplätze und Transfers fiele damit weg. Ihre Aufgabe sieht Tönnies fortan darin, Ar­beitskräfte in Rumänien und Bulgarien zu akquirieren. Ob die Subunternehmer da mitmachen, wird sich zeigen.

Der Tönnies-Konzern wird auch unter Beobachtung stehen, wenn er die Standards verbessert. Doch die Öffentlichkeit sollte zukünftig nicht nur bei Tönnies genau hinsehen.

Kommentare

Martin  schrieb: 29.07.2020 02:37
Ob Tönnies es wirklich ernst meint und ernst macht wird man erst in einigen Monaten wirklich sehen. Ob es bei dem "ernst meinen" auch bleibt wenn Gras über die Sache gewachsen ist und Tönnies nicht mehr so im medialen Fokus steht. Natürlich versuchen die jetzt sich keine Blöße zu geben und die kümmerlichen Reste ihres Rufes zu retten. Da sehe ich noch keinen Grund dieser Firma in irgendeiner Form zukünftig wieder zu vertrauen.
1 Kommentare
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