Kommentar zu Pflegekosten
Das System ist ungerecht

Zwei Sorgen plagen viele Ältere: Dass sie eines Tages ihren Kindern auf der Tasche liegen, und dass sie zum Sozialfall werden. Die erste Sorge ist durch die neue Freigrenze von 100.000 Euro Jahresbrutto beim Unterhalt weitgehend genommen. Die zweite Sorge aber ist real.

Freitag, 31.07.2020, 20:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

NRW ist schon seit Jahren bundesweiter Spitzenreiter beim Pflegeheim-Eigenanteil und hat diesen unrühmlichen Rekord mit jetzt durchschnittlich 2405 Euro pro Monat verteidigt. Im Einzelfall kann die Summe noch viel höher ausfallen.

Das Ungerechte: Nur etwa ein Drittel dieser Summe dient tatsächlich zur Bezahlung der eigentlichen Pflege. Den Rest zehren zu einem erheblichen Teil die Wohnkosten auf. Die Pflegeversicherung ist aber nicht dazu geschaffen worden, die Rendite von Pflegeimmobilien-Fonds zu sichern. Wenn die Gebäudekosten aber nun einmal so hoch sind, dann sollte der Staat hier für eine Mitfinanzierung einstehen. Ein Teil der Kosten würde bei der Sozialhilfe ja wieder eingespart.

Am wichtigsten aber: So würden deutlich weniger alte Menschen zum Sozialfall. Das sollte Grund genug sein, die Pflegefinanzierung endlich zu reformieren.

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