Kommentar zu Maskenkontrollen
Zu viel Nachsicht

Allein die Ankündigung einer Geldbuße für Maskenverweigerer hat laut Bundespolizei und Bahn dazu geführt, dass mehr Fahr­gäste einen Mund-Nase-Schutz tragen. Doch dass von zigtausend Bahnkunden nur Einzelne an den ersten Tagen der Neuregelung ein Bußgeld zahlen mussten, belegt auch: Es fehlen ausreichend Kon­trolleure – und zu oft wird ein Auge zugedrückt. Angesichts steigender Neuinfektionen ist zu viel Nachsicht fehl am Platz.

Montag, 24.08.2020, 19:32 Uhr aktualisiert: 24.08.2020, 19:56 Uhr
Essen: Ein Reisender geht auf dem Hauptbahnhof an einem Schild vorbei, das auf die Maskenpflicht hinweist und Bußgelder bei Verstößen androht. Foto: Oliver Berg/dpa
Essen: Ein Reisender geht auf dem Hauptbahnhof an einem Schild vorbei, das auf die Maskenpflicht hinweist und Bußgelder bei Verstößen androht. Foto: Oliver Berg/dpa

Die landesweite Kon­trollaktion setzt ein Zeichen. Aber es kommt nicht auf einmalige medienwirksame Aktionen an, sondern auf regelmäßige Kon­trollen. Nur dann wirkt die drohende Geldbuße abschreckend. Deswegen ist es gut, dass die Bahn die Zahl der kontrollierenden Sicherheitsmitarbeiter verdoppelt. Die Zugbegleiter werden dadurch entlastet. Sie sind schon jetzt oftmals Provokationen ausgesetzt, wenn sie Fahrgäste nur darum bitten, eine Maske aufzusetzen.

Menschen, die ihre Maske fallen lassen oder darauf verzichten, gefährden die Gesundheit anderer. Viele Bus- und Bahnkunden fühlen sich verständlicherweise unwohl in unmittelbarer Nähe von Maskenverweigerern. Strengere Kontrollen stärken also auch ihr Wohlbefinden.

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