Kommentar zu Hans-Dieter Flick
Der Mann, dem alle folgen

Um diesen Hans-Dieter, genannt Hansi, Flick zu charakterisieren, reicht wohl eine Szene kurz nach dem Abpfiff des Champions-League-Finales in Lissabon: Bayern-Trainer Flick tröstet den heulenden PSG-Superstar Neymar – statt an sich selbst zu denken. Nicht umsonst betont Nationalspieler Joshua Kimmich, Flick sehe in jedem Spieler auch den Menschen, nicht nur den Fußballer. Alle Spieler des Kaders hinter sich zu versammeln, nachdem sein Vorgänger Niko Kovac genau daran kolossal gescheitert war, ist die wohl größte Leistung Flicks.

Montag, 24.08.2020, 20:15 Uhr aktualisiert: 24.08.2020, 20:20 Uhr
Hans-Dieter Flick, Trainer vom FC Bayern München. Foto: dpa
Hans-Dieter Flick, Trainer vom FC Bayern München. Foto: dpa

Meisterschaft, Pokal, Königsklasse: Der 55-Jährige hat die Münchner zum Triple geführt. Daran hat er Ende 2019 selbst wohl nicht geglaubt. „Im vergangenen November war zu lesen, dass man keine Angst mehr hat vor der Mannschaft, keinen Respekt. Und wie schlecht die Mannschaft eigentlich ist“, sagte Flick am Sonntagabend. Dass sie alles andere als schlecht ist, hat die Mannschaft im Jahr 2020 bewiesen. Und der frühere Co-Trainer von Joachim Löw, lange nur als Hütchenaufsteller gesehen, vielleicht auch belächelt, hat alle Kritiker Lügen gestraft.

Doch Flick wäre nicht Flick, wenn er in der Stunde des Triumphes auf einmal große Töne spucken würde. Im Gegenteil: Den Pokal nahm er erst spät in die Hände, und wie immer betonte er, dass er nichts alleine geschafft habe. Flick lobte sein Trainerteam und seine Spieler. Die dankten es ihm, indem sie ihn fünfmal in die Luft warfen. Der 55-Jährige hat mit den Bayern Geschichte geschrieben. Seine eigene könnte noch viele Erfolgskapitel hinzubekommen.

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