Kommentar zum Vermögen des Erzbischöflichen Stuhls
Spät, aber nicht zu spät

Nun herrscht Klarheit über das Vermögen des Erzbischöflichen Stuhls. Endlich, mögen Kritiker sagen. Aber Generalvikar Alfons Hardt betont, dass die Struktur des Stuhls weit in die Geschichte zurückreiche und dass es sehr aufwändig gewesen sei, verlässliche Grundlagen zu erstellen, um sie nach dem Handelsgesetzbuch darzustellen. Das mag man anzweifeln, es klingt aber glaubhaft. Das Problem ist, dass die Verantwortlichen in Paderborn erst spät mit der Arbeit angefangen haben.

Mittwoch, 02.09.2020, 08:35 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 08:38 Uhr
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Aber mittlerweile haben sie verstanden, dass Transparenz das Wichtigste ist, was Kirche nach dem Missbrauchsskandal und dem Skandal um Bischof Tebartz-van Elst liefern muss. Anders wird der massive Vertrauensverlust nicht zu heilen sein. Es ist gut so, dass Erzbischof Hans-Josef Becker das angesammelte Geld nun für Projekte ausgeben will, von denen Gläubige und Bedürftige profitieren sollen. Und es ist gut so, dass dies offenbar gegen innerkirchliche Widerstände durchgesetzt wurde.

Die Zeit, in der Bistümer Weltmeister im Sparen sein sollten, ist endgültig vorbei. 2,7 Milliarden Euro sind eine Menge Geld. Davon kann langfristig viel Gutes getan werden. Darauf besinnt sich die Kirche nun. Aber das ist schließlich auch ihre eigentliche Aufgabe.

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