Kommentar zum Hackerangriff auf die Uni-Klinik Düsseldorf
Es geht um Leben und Tod

Eine Frau stirbt – und eine Mitschuld tragen möglicherweise jene Hacker, die die Uni-Klinik Düsseldorf lahmgelegt haben. Offenbar war den Cyber-Erpressern gar nicht klar, was sie mit ihrem Angriff auf die Klinikcomputer angerichtet haben. Hoffentlich werden sie gefunden – und zur Rechenschaft gezogen.

Freitag, 18.09.2020, 04:19 Uhr
Symbolbild. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Symbolbild. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Rechenschaft ablegen müssen allerdings auch die Verantwortlichen für die Datensicherheit in der Uniklinik. Wenn die Täter Daten auf 30 Servern verschlüsseln können, dann spricht das nicht gerade für besonders ambitionierte Schutzvorkehrungen. „IT-Schutz muss wie Desinfizieren zur wichtigen Routine werden“, hatte der Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik allen deutschen Kliniken schon nach einer früheren Serie von Hackerangriffen ins Stammbuch geschrieben. Bewirkt hat sein Appell wenig.

Aus Schaden wird man klug? Das ist nun dringend zu hoffen. Denn plötzlich ist auch Geld da. Einigermaßen zerknirscht stellt NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) den Kliniken eine Millionenspritze in Aussicht. Alle Beteiligten müssen nun endlich verstehen: Bei der Computersicherheit in Kliniken geht es um Leben und Tod.

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