Kommentar zum Weltkindertag
Viele offene Probleme

Eine große Mehrheit der Deutschen ist laut Umfrage dafür, dass Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden. Das ist erfreulich und sollte die Politik ermuntern, rasch aktiv zu werden.

Freitag, 18.09.2020, 19:29 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 19:36 Uhr
Symbolbild. Foto: Peter Kneffel/dpa
Symbolbild. Foto: Peter Kneffel/dpa

Doch Papier ist geduldig – was nutzen alle festgeschriebenen Rechte, wenn sich hinter geschlossenen Türen im Alltag weiter Dramen abspielen, weil die soziale Kontrolle in anonymen Nachbarschaften verloren geht? Wenn es bei kritischen Fällen in Jugendämtern an Fachpersonal fehlt? Wenn wirtschaftliche Probleme vor allem die Kinderarmut steigen lassen? Wenn Missbrauch dann im Internet auch noch versilbert werden kann und die Ermittlungsbehörden an ihre personellen Grenzen stoßen?

Ernüchtern muss auch, dass laut einer Studie nur jeder zweite Erwachsene dieses Land kinderfreundlich findet. Die Corona-Krise hat sicherlich dazu beigetragen, dass Defizite bei den Angeboten und Strukturen deutlicher zutage getreten sind. Ohne jeden geringsten Zweifel geht es Millionen Kindern in Entwicklungsländern oder auf der Flucht viel erbärmlicher, sie brauchen unsere Hilfe. Das darf aber in einem reichen Land keine Ausrede sein für Untätigkeit vor der eigenen Haustür.

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