Kommentar zum FDP-Bundesparteitag
Lautsprecher Lindner

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung, lautet ein Sprichwort. Aber trifft es auch auf FDP-Chef Christian Lindner zu? Beim Bundesparteitag überraschte der Vorsitzende je­denfalls mit dem späten Eingeständnis, dass er 2017 mit seinem abrupt verfügten Ende der Jamaika-Verhandlungen wohl doch nicht alles richtig gemacht habe.

Sonntag, 20.09.2020, 18:45 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 18:56 Uhr
Vorsitzender Christian Lindner spricht beim FDP-Bundesparteitag in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Vorsitzender Christian Lindner spricht beim FDP-Bundesparteitag in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Lindner aber wäre nicht Lindner, hielte er sich lange mit Selbstzweifeln auf. Prompt ließ er einen ziemlich peinlichen Spruch auf Kosten der nun ehemaligen Generalsekretärin Linda Teuteberg folgen. Und dann überraschte Lindner mit der vollmundigen Ansage, seine Zukunft als Parteichef vom Erfolg bei der nächsten Bundestagswahl und einer Regierungsbeteiligung der FDP abhängig zu machen.

Das ist mutig angesichts der derzeitigen Umfragen, die die FDP rund um die Fünf-Prozent-Hürde sehen und Union und Grünen zusammen eine komfortable Mehrheit in Aussicht stellen. Und noch viel größere Sorgen muss es dem liberalen Lautsprecher Lindner machen, dass seine FDP im aktuellen Diskurs kaum ei­ne Rolle spielt. Dabei müssten die Zeiten für die Liberalen angesichts massiver Einschränkung von Bürgerrechten und ei­nem beängstigend hohen Maß an staatlichen Interventionen in die Wirtschaft doch ei­gentlich golden sein.

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