Kommentar zu den Corona-Zahlen
Alarmstufe Rot

Die einzige im Corona-Kontext positive Nachricht des gestrigen Tages kam von Anja Karliczek. Sie gehe nach wie vor davon aus, dass Mitte 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehe, sagte die Bundesbildungsministerin. Ein Satz wie ein Strohhalm – um sich daran festzuklammern.

Freitag, 09.10.2020, 15:04 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 15:12 Uhr
Berlin: Jens Spahn (CDU, rechts), Bundesminister für Gesundheit, und Lothar Wieler, Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), tragen Mund-Nasen-Schutz als sie zu einer Pressekonferenz zur Corona-Lage eintreffen. Foto: Tobias Schwarz/AFP Pool/dpa
Berlin: Jens Spahn (CDU, rechts), Bundesminister für Gesundheit, und Lothar Wieler, Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), tragen Mund-Nasen-Schutz als sie zu einer Pressekonferenz zur Corona-Lage eintreffen. Foto: Tobias Schwarz/AFP Pool/dpa

Ansonsten: viele Sorgen bereitende Zahlen und Angst machende Sätze. Erstmals seit dem Frühjahr wieder mehr als 4000 registrierte Neuinfektionen pro Tag. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nennt die Entwicklung „besorgniserregend“. Und Lothar Wieler, der Chef des Robert-Koch-Instituts, spricht von womöglich bald 10.000 neuen Fällen binnen 24 Stunden. Experten warnen vor möglichen Engpässen in Kliniken. Deutschland schaltet auf Alarmstufe Rot.

Und nun? Ist guter Rat teuer. Es komme auf die Balance aus Zuversicht und Achtsamkeit an, sagt Spahn. Was in der Aufzählung des Gesundheitsministers fehlt, sind Einheitlichkeit und Konsequenz. Meint: gleiche Regeln für alle, kein Aus-der-Reihe-Tanzen, keine Lockerungen aus politischem Kalkül, kein kommunales Aufweichen gesetzter Standards.

Das ist die eine Seite. Die andere: Konsequentes Durchgreifen, wenn Bürger über die Stränge schlagen. Das gilt für Masken­verweigerer und Abstands-Ignoranten, für Aluhut-Träger, feierwütige Nachteulen und maßlos planende Hochzeitspaare.

Angesichts dramatischer Infektionszahlen ist die Zeit des großzügig darüber Hinweggehens vorbei.

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