Kommentar zum Umgang mit der Pandemie
Entscheidend sind wir!

Die zweite Corona-Welle ist da: Die Infektionszahlen steigen rasant, immer mehr Großstädte überspringen die Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen – und die Po­litik wird zunehmend nervös. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder das nächste Mal tagen, ist damit zu rechnen, dass die Einschränkungen deutlich verschärft und auch die Sanktionsmöglichkeiten drastisch erweitert werden.

Sonntag, 11.10.2020, 22:30 Uhr aktualisiert: 11.10.2020, 22:40 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Doch alle Regeln und Strafandrohungen werden nichts nutzen, wenn die Menschen nicht mitziehen. „Vorsicht, Rücksicht, Nachsicht – die kommenden Wochen werden zum Charaktertest für jeden Einzelnen. Gefragt sind unsere Vernunft und unsere Geduld, unsere Lebenstüchtigkeit und unsere Solidarität“ – so steht es im WESTFALEN-BLATT-Kommentar vom 16. März geschrieben. Heute, knapp sieben Monate später, gilt das Gleiche.

Die Corona-Pandemie verlangt uns allen viel ab. Und die wohl härtesten Wochen kommen erst noch. Gerade deshalb kommt es auf Disziplin und Durchhaltevermögen an. Ein Virus stellt uns auf die Probe – als Individuen und als Gemeinschaft, national wie international. Es liegt an uns allen, die zweite Welle zu brechen. Das Wissen dafür ist da, aber wie steht es um unseren Willen?

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 12.10.2020 08:28
Umgang mit de Pandemie
Da treffen Politiker auf der ganzen Welt Entscheidungen, wie das Pandemie-Risiko in den Griff zu bekommen ist und wir müssen festsellen, dass sie weitestgehend nutzlos sind. Warum? Die Sozialpsychologie zeigt, dass sich die Angst nicht proportional zu der Gefahr entwickelt, sondern zu der Tatsache, dass sie weder richtig eingeschätzt noch kontrolliert werden kann. Wenn eine unbekannte Krankheit auftritt, von der man nicht weiss - oder nicht wissen will - wie viele Menschen sie töten könnte, wird das Risiko unterschätzt. Aus diesem Grunde wird auch die Wissenschaft vielfach ignoriert, die mit immer neuen "Erkenntnissen" viele Bürger/innen überfordert. Die Politik versucht zu erklären, warum nun bestimmte Massnahmen erforderlich sind, damit man sie später nicht der Nachlässigkeit beschuldigen kann. Fakt ist, dass nicht Millionen Menschen isoliert werden können und auch nicht tausende Covid-19-Patienten mit lebensbedrohlichen Symptomen intensiv behandelt werden können. Noch spielt die Sterblichkeit in der Pandemie keine grosse Rolle. Und die Politik läuft in die Gefahr, dass viele Menschen weitere Massnahmen ablehnen werden. Wollen wir wirklich, dass alsbald Artikel 5 der Europäischen Menschenrechts-Konventionen vom 4.12.1950 angewendet wird, der eine rechtmässige Inhaftierung einer Person vorsieht, die eine ansteckende Krankheit verbreiten könnte? Das gilt gottlob jedoch nicht, um den Zustrom von Patienten in Krankenhäusern zu bewältigen.
Merke: Es gibt keine Massnahmen in der Covid-19-Pandemie, die zu der Erkenntnis führt, dass die Sterberate klein gehalten werden kann. Wir haben es in der Hand, dass wird nicht in eine Jahrhundertrezession mit einem Wirtschaftsabsturz fallen, von der sich die zukünftigen Generationen nie mehr richtig erholen werden.
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7627610?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F
Geheimdienste sollen WhatsApp & Co. mitlesen dürfen
Die WhatsApp-Plattform wird von mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit genutzt.
Nachrichten-Ticker