Kommentar zu den Corona-Regeln
Pandemie, nicht Party

Ja, Covid-19 nervt. Maske, Abstand, Händewaschen. Aber Covid-19 tötet auch. Vergessen die Bilder aus Italien mit Militärtransportern voller Corona-Leichen? Verdrängt die abstrakte Angst, selbst im Wohlstandsland Deutschland könnte die Zahl der Intensivbetten nicht ausreichen? Zurückgelassen in der Leichtigkeit des Sommerurlaubs die dramatische Ethik-Debatte, den sowieso irgendwann sterbenden alten Menschen eine Behandlung vorzuenthalten – zugunsten der jüngeren Infizierten?

Montag, 12.10.2020, 21:09 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 21:12 Uhr
Symbolfoto Foto: dpa
Symbolfoto Foto: dpa

Wo verdammt noch einmal ist sie geblieben, unsere individuelle Verantwortung? Gehen wir etwa diesen merkwürdigen Corona-Leugnern auf den Leim, die uns glauben machen wollen, die Pandemie sei eine Grippewelle – also alles gar nicht so schlimm? Wie viele Covid-Tote müssen es denn sein, um auch dem Letzten zu verdeutlichen, dass Pandemie- und eben nicht Partytime ist?

Schlendrian und Lebenslust drohen die Politik in ihrer Suche nach Corona-Antworten plötzlich zu überfordern. Beherbergungsverbote und Massentests dokumentieren Kopflosigkeit oder einen Überbietungswettkampf der Staatskanzleien. Kann ja passieren, hilft aber nichts. Die Mittwochsrunde bei Merkel muss ein Signal gegen den fatalen Verdacht des Kontrollverlusts senden.

Hier mehr zu den Corona-Regeln in NRW!

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 13.10.2020 08:06
Party oder Pandemie
So ist der Mensch im 21. Jahrhundert. Er befindet sich in einem "unerlössten" Zustand und lehnt aus diesem Grunde jede Art von Verzicht und Einschänkung ab, weil er dies als Verlust seiner persönlichen Freiheit empfindet. Er verweigert alles, was ihm nicht vorderründig Lust verschafft und seinem egoistischen Lebensgenuss dient. Warum ist das so? Ist es Wissensmangel, vielleicht Angst oder sind es kognitive Dissonanzen, die das Bewusstsein einfach blockieren? Oder ist es vielleicht im Unterbewsstsein die Angst vor dem Tod, die die Menschen verdrängen wollen? Oder ist es doch politisch gewollte Angst, um die Bevölkerung zu kontrollieren und langersehnte Tagungsordungspunkte der Politik aufzustellen? Oder ist es ein Glaubenskampf derjenigen, die die Gefährdungslage unterschiedlich sehen? Oder ist es Hoffnung, dass alsbald ein Impfstoff bereitgetellt wird und das bisherige Leben weitergeführt werden, obwohl es kein Allheilmittel in der Pandemie gibt? Oder ist es doch der beginnende Prozess des "Stirb-und Werde, der Tod, das Erbe", der eine Lösung der sozialen Probleme in der Art vorsieht, dass vor allem Alte, Kranke und Behinderte durch die Pandemie, also auf "humane Weise", elemiert werden? Es gibt so viele Unklarheiten, die geklärt werden müssen.
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