Kommentar zur Buchmesse
Trist, aber wichtig

Die Literatur hat’s gut, könnte man glauben: Sie braucht keine Veranstaltungen und keine Menschenmassen, um ihre Wirkung zu entfalten. Das Buch ist für den Einzelnen gerade unter Corona-Einschränkungen der ideale Kulturpartner.

Dienstag, 13.10.2020, 20:05 Uhr aktualisiert: 13.10.2020, 20:14 Uhr
Die Buchmesse ist am Dienstag ohne Publikum eröffnet worden. Foto: dpa
Die Buchmesse ist am Dienstag ohne Publikum eröffnet worden. Foto: dpa

Aber die Branche musste erleben, wie auch sie vom Lockdown getroffen wurde. Zwar kämpften Buchhändler mit Liefer-Angeboten tapfer gegen die Krise an, doch Verlage und Autoren wissen: Viele Leser möchten mehr als mit dem gedruckten oder digital publizierten Werk allein sein; sie streben zu Lesungen, wollen Schriftsteller erleben oder sich durch streitende Kritiker inspirieren lassen. Und für solche Begegnungen ist die Frankfurter Buchmesse der Kulminationspunkt. Schon die Verleihung des Buchpreises wirkte im Live­stream eher trist, beim Friedenspreis des Deutschen Buchhandels am Sonntag in der Paulskirche dürfte es ähnlich sein.

Dennoch: Literatur kann auch zwischen voneinander entfernten Lesern Verbindungen stiften, und das eigene Lesen regt die Fantasie auf viel nachhaltigere Weise an als mancher passive Kunst-Konsum. Es ist gut, dass die Buchmesse daran auch mit den jetzt nötigen unkonventionellen Mitteln erinnert.

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