Kommentar vom Corona-Spitzentreffen
Corona und kein Ende

Corona, Corona, Corona: Kann nicht endlich Schluss sein mit dem leidigen Thema? Der Wunsch ist verständlich, doch er wird nicht in Erfüllung gehen.

Donnerstag, 15.10.2020, 07:47 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Das Virus und seine Folgen werden uns noch Monate begleiten und damit die Diskussion darüber, wie viel Freiheit und Wohlstand wir für die Gesundheit - die eigene und die unserer Mitmenschen - opfern wollen oder müssen. Insofern war auch das Spitzentreffen bei der Kanzlerin nicht historisch, wie Kanzleramtschef Helge Braun im Vorfeld raunte, sondern nur ein weiterer Schritt auf einem Pfad, der so noch nie beschritten wurde.

Dass Politiker dabei auf den Holzweg geraten können, liegt in der Natur der Sache. Das Hin und Her beim Beherbergungsverbot ist dafür ein Paradebeispiel. Otto Normalurlauber hat längst den Überblick verloren. Das schafft Verdruss, aber keine Verbündeten im Kampf gegen das Virus.

Schmerzhaft haben wir lernen müssen, dass die bislang recht erfolgreichen Eindämmungsmaßnahmen auch schlimme Folgen haben - für Wirtschaft und Gesellschaft. Einen harten Lockdown darf es nicht geben. Den Schlüssel dazu sehen Experten in der Frage, ob die Behörden weiterhin Infektionsketten nachverfolgen und sprengen können. Wer noch keine Corona-App nutzt, sollte sie jetzt laden. Es geht darum, so viel wie möglich von unserem Alltagsleben zu retten. Unvernunft kann nur zerstörerisch wirken.

Corona ist eine Prüfung. Für die Politik. Für die Gesellschaft. Für jeden einzelnen. Und, leider: Diese Prüfung ist noch lange nicht bestanden.

Kommentare

Paul Schneider  schrieb: 15.10.2020 10:58
Corona und kein Ende
Es geht doch nur vordergründig um Corona. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, wenn uns die Rezession mit dem grössten Wirtschaftsabsturz um die Ohren fliegt. Die Realwirtschaft sollte mit einer Milliarden-Entlastungswelle am Leben erhalten werden, doch das Coronavirus und die zunehmende Angst hemmen die Wirkung der Enlastungswelle. Nun konzentriert sich die Politik darauf, weitere Massnahmen gegen die Verbreitung von Covid-19 zu propagieren. Doch für einen grossen Teil des Volkes ist dies offensichltich kein Thema. Auch an der wundersame Erholung der Wirtschaft, wie sie täglich von den Experten gebetsmühlenartig wiederholt wird, haben viele inzwischen Zweifel. Warum wird der verunsicherten Mehrheit nicht reiner Wein eingeschenkt, indem man sie schonungslos über die aktuellen Entwicklungen aufklärt und so durch korrekte Analyen das Vertrauen zurückgewinnt? Aber wahrscheinlich müssen erst tausende Arbeitsplätze in der Industrie entfallen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es in der Auto- und Luftfahrtindustrie wie auch im Tourismus, im Einzelhandel und demnächst in der Bankenbranche zu Massenentlassungen kommen wird. Ein halbe Millionen von Betrieben können ihre Schulden nur noch durch die Aufnahme neuer Schulden bezahlen. Und was ist, wenn das Kurzarbeitergeld ausläuft und die Aussetzung der Insolvenzpflicht nicht mehr verlängert wird? Vielleicht ist notwendig, dass die Menschen die verheerenden Folgen der Coronapolitik erst am eigenen Leib erfahren müssen und selbst in einen persönlichen, existenzelle Konflikt kommen müssen? Darin liegt m. E. eine historische Chance den Menschen klarzumachen, dass es an der Zeit ist, unsere Wirtschaft, unser Leben auf sozialen Strukturen neu zu ordnen.
1 Kommentare
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