Kommentar zur Corona-Lage
Aufmerksame Gelassenheit

Die einseitige Fixierung des Kanzleramts und vieler Medien auf die Zahl der Neuinfektionen wird zu einem immer größeren Problem im Umgang mit der Corona-Pandemie.

Freitag, 16.10.2020, 09:16 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 09:18 Uhr
Symbolbild. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Symbolbild. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

6600 Infizierte sind eben nicht 6600 Erkrankte. Diese klarstellende Unterscheidung fehlt in der Beurteilung und in der Berichterstattung allzu oft. Der Vorwurf, dass diese fehlende Differenzierung den Leuten Angst machen soll, um sie zu einem anderen Verhalten zu bewegen, steht jedenfalls im Raum.

Und je unsinniger und unverhältnismäßiger beabsichtigte Schutzmaßnahmen wie das Beherbergungsverbot sind, desto geringer ist die Akzeptanz auch der sinnvollen Regeln.

Es steht außer Frage, dass die Zunahme der Infektionen Anlass zur Sorge bietet. Aber es ist unseriös, mit fahrlässigem Gerede von Leichentransporten in Bergamo im März heute Hysterie zu erzeugen.

Wenn die Chefs der Kassenärztlichen Vereinigung und der Bundesärztekammer angesichts der Neuinfektionen zu mehr Gelassenheit aufrufen, dann sollten die Politiker auch auf diese Mediziner hören – und nicht nur auf einzelne Mathematiker und Virologen.

Kommentare

Silke Sykora  schrieb: 16.10.2020 22:19
Augenmaß
Danke für diesen Kommentar. Gelassenheit und der Blick auch auf andere, sachliche Meinungen tut Not.
Paul Schneider  schrieb: 16.10.2020 10:24
Gelassenheit
Man kann dem Kommentator nur zustimmen und ergänzen, dass die Pandemiestatistik nur begrenzt aussgefähig ist. Entscheidend sind nicht die positiven Testresultate von Personen, die keinerlei Symtome zeigen. Wie mir von Freunden vom "Zentrum für evidenzbasierte Medizin der Universität Oxford und der Universität of the West of England" berichteteten, läuft man bei der Abstrichtechnik Gefahr, dass auch falsche-positive Ergebnisse ermittelt werden können. Es kann sich bei der im Test nachgewiesene RNA des Virus um totes, infaktives Material von einer überstandenen Infektion handeln. Das bedeutet doch, obwohl Menschen infiziert sind, sind diese z. B. nach einer Woche nicht infektiös. Es werden also Fälle gezählt, bei denen schon wochenlang eine Infektion zurückliegt und kein Beweis für eine akute Infektion vorliegt. Und wenn man noch den Bericht des Amerikanische "Center for Disease Control (CDC)" von Anfang September 2020 liest, dass von den seinerzeit 153.504 "Corvid-Todesfällen" 9.210 Menschen mit Vorerkrankungen starben, wobei die meisten Fälle ein extrem hohes Alter hatten, dann dürfte die Marschrichtung des Bundespolitik klar sein,
2 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7634626?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F
Trotz Abwärtstrend gelassen
Zwei Säulen im DSC-Kader: Fabian Klos und Stefan Ortega Moreno. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker