Kommentar zum Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst
Geld allein hilft in der Pflege nicht

Trillerpfeifen, Warnstreiks, nächtelange Verhandlungen: Ohne solche Rituale ist ein Abschluss im öffentlichen Dienst offenbar nicht machbar. So gesehen ging es diesmal ja durchaus zügig.

Sonntag, 25.10.2020, 19:24 Uhr aktualisiert: 25.10.2020, 19:30 Uhr
Symbolbild. Foto: Tom Weller/dpa
Symbolbild. Foto: Tom Weller/dpa

Das Ergebnis ist okay. Zulagen fürs Pflegepersonal waren überfällig und von den Arbeitgebern ja auch schon mehr oder weniger versprochen. Und für die anderen Bediensteten gibt es immerhin ein moderates Plus. Das ist mehr, als so mancher Kurzarbeiter derzeit vorweisen kann.

Stationen in Kliniken und Heimen chronisch unterbesetzt

Geld allein wird die Pflege-Misere allerdings nicht beheben. Solange Stationen in Kliniken und Heimen chronisch unterbesetzt sind, solange die Gesundheitsbürokratie weiter wuchert, werden es sich junge Leute zweimal überlegen, ob sie wirklich diesen Beruf ergreifen sollen.

Es ist nun an den Krankenkassen, den Kliniken zumindest die Kosten des Tarifvertrags voll auszugleichen. Andernfalls dreht sich die Spar-Spirale weiter.

Ungesunde Finanzierung

Wie das alles auf Dauer finanziert werden kann, steht auf einem anderen Blatt. Schon jetzt kommen auf jeden Euro Lohn 40 Cent Sozialabgaben – trotz Steuermilliarden aus der Staatskasse für den Gesundheitsfonds. Gesund ist auch das schon lange nicht mehr.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7648121?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F
Bundespräsident macht Bevölkerung Mut
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt sich einen Mund-Nasen-Schutz auf.
Nachrichten-Ticker