Kommentar zu Islamkonferenz
Wie deutsch soll es sein?

Es gebe derzeit nur eine Gruppe im Islam, die Deutsch spreche, die Bedürfnisse der jungen Muslime gut kenne und vor allem wisse, wie sie diese in sozialen Netzwerken erreiche – und das sei der radikale Salafismus. Serap Güler (CDU) wird mit dieser Aussage bei vielen Moscheegemeinden anecken.

Dienstag, 10.11.2020, 19:16 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 10:34 Uhr
Nordrhein-Westfalens Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU).
Nordrhein-Westfalens Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU). Foto: Johannes Neudecker

Die türkischstämmige NRW-Integrationsstaatssekretärin überspitzt, rüttelt aber auch auf.

In einem Punkt hat sie ja Recht: Viele Moscheegemeinden, zumal die unter dem Dach des vom türkischen Staat gelenkten DITIB-Verbandes, sind im Gestern verhaftet. Sie hören die Ansichten von Imamen, die aus der Türkei entsandt wurden, die zumeist kein oder nur wenig Deutsch sprechen und vom Alltagsleben in Deutschland oft wenig Ahnung haben. Wie sollen diese Geistlichen jungen Leuten mit multikulturellem Lebenslauf Orientierung bieten?

Kurzum: Dass mehr Imame in Deutschland ausgebildet werden sollen, ist gut und richtig. Nur hängt es an den Moscheegemeinden, dass diese Geistlichen später auch Amt und Gehör finden. Will der organisierte Islam wirklich zu Deutschland gehören? Diese Frage müssen in erster Linie die Moscheegemeinden selbst beantworten.

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