Kommentar zur Corona-Krise
Wer pusht die App?

Die Kanzlerin mahnt, der Gesundheitsminister warnt – und sicher ist: Der Teil-Lockdown wird nicht am 30. November enden. Auch wenn das Wetter aktuell noch wenig Graues an sich hat, sind die Aussichten düster. Immer noch viel zu viele Neuinfektionen tagtäglich und schon viel zu viele belegte Intensivbetten in den Krankenhäusern beweisen: Die Lage ist ex­trem ernst.

Freitag, 13.11.2020, 22:50 Uhr
Die Corona-Warn-App könnte wohl mehr, wenn sie dürfte.
Die Corona-Warn-App könnte wohl mehr, wenn sie dürfte. Foto: imagoimages

Wenn Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Montag zusammenkommen, wird es eher um Verschärfungen der Maßnahmen gehen müssen als um Lockerungen. Im Nachhinein erweist es sich als fahrlässig, dass viele Politiker nicht widerstehen konnten und die November-Mühen mit dem „Dezember-Geschenk“ eines schönen und normalen Weihnachtsfestes zu rechtfertigen versuchten. Nun scheuen alle die bittere Wahrheit, die da lautet: Dieses Jahr ist nichts normal, und Weihnachten 2020 wird es auch nicht sein. Leider!

Umso unbegreiflicher bleibt, dass niemand die Initiative ergreift, um mehr aus der Corona-Warn-App zu machen. Mit 70 Millionen Euro Steuergeld entwickelt und von 20 Millionen Deutschen heruntergeladen, bleibt die Technik ein stumpfes Schwert, weil der Datenschutz in Deutschland vermeintlich über alles geht. Unfassbar!

Also: Wer pusht die App? Wäre doch eine wunderbare Gelegenheit für die Freiheitspartei FDP, sich im Parlament endlich aktiv an der Pandemie-Bekämpfung zu beteiligen, Bürgerrechte und Gesundheitsschutz sorgsam in Einklang zu bringen und dennoch zu einer praxistauglichen, die Gesundheitsämter entlastenden Lösung zu kommen. Herr Lindner, übernehmen Sie!

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