Kommentar zu Lorenz Caffiers „Waffen-Affäre“
Naivität oder Lüge?

Als Jäger mit Waffenschein steht es Lorenz Caffier selbstverständlich frei, sich Waffen zu kaufen. Als Minister sollte er aber sehr sorgfältig darauf achten, mit wem er Geschäfte macht. Auch im privaten Bereich. So naiv wie er darf man als Ressortchef nicht sein.

Sonntag, 15.11.2020, 21:00 Uhr
Lorenz Caffier (CDU), der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, in einer Aufnahme von 2019.
Lorenz Caffier (CDU), der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, in einer Aufnahme von 2019. Foto: dpa

Dass Caffier bei einer zentralen Figur der Ermittlungen zum rechtsextremen Nordkreuz-Netzwerk eine Waffe kaufte und diesen Kauf lange zu leugnen oder zu vertuschen versuchte, rechtfertigt auch die Bezeichnung „Waffen-Affäre“. Es sind schon Minister für geringere Fehler gegangen.

Nach eigenen Angaben will er die Waffe Anfang 2018 erworben haben. Die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Nordkreuz-Netzwerk laufen aber offenkundig bereits seit dem Sommer 2017. Dabei rückte auch der Schießtrainer, von dem Caffier die Waffe erwarb, in den Fokus der Behörden. Der Minister behauptet, er habe dazu erst 2019 vom BKA Informationen bekommen. Die Ermittler geben dagegen an, dass die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern bereits 2017 und 2018 informiert wurden. Sollte sich das bestätigen, ist Caffier als Minister nicht mehr haltbar.

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