Kommentar zum Spanien-Debakel der Nationalmannschaft
Was nun, Herr Löw?

Geht es nach der Mehrheit der rund 80 Millionen ehrenamtlichen Bundestrainer (inklusive einiger fußballerischer Ex-Größen) ist die Sache ganz einfach: Löw muss weg – und wenn der Neue, wer auch immer es sein sollte, dann noch Hummels, Boateng und Müller zurückholt, wird die Nationalmannschaft am 11. Juli 2021 Europameister. So einfach ist es leider, oder zum Glück, nicht.

Mittwoch, 18.11.2020, 21:24 Uhr
Fußball-Bundestrainer Joachim Löw (Aufnahme von 2018).
Fußball-Bundestrainer Joachim Löw (Aufnahme von 2018). Foto: imago

La Furia Roja hat am Dienstagabend die Schwächen der Löw-Truppe auf eine so brutale Weise offen gelegt, dass sich jetzt Bundestrainer, Spieler und Verantwortliche des Deutschen Fußball-Bundes in schonungsloser Selbstkritik versuchen sollten. Das wäre zwar mal was Neues, muss deshalb dennoch nicht schlecht sein.

Das Problem der Nationalmannschaft aber jetzt fast nur am Trainer festzumachen, ist billig. Man dürfte auch mal Herrn Kroos fragen, wo er am Dienstagabend war. Aber nicht nur der viermalige Champions-League-Gewinner war in Sevilla mehr als indisponiert. Das Versagen war kollektiv. Alles Löws Schuld? Der DFB hat sich festgelegt: Ist es nicht! Doch wie kann es jetzt weiter gehen? Mit Löw?

Der Schwabe befindet sich gefühlt seit dem WM-Gewinn 2014 im Krisenmodus. Setzte er auf die Alten, war es falsch. Verzichtete er auf sie, war es ebenso falsch. Nutzte er Testspiele zum Testen der Jüngeren, erwartete die Öffentlichkeit Ergebnisse, als ob ein eingespieltes Team auf dem Platz stehen würde. Parallel dazu waren die DFB-Chefs mit den juristischen Nachwirkungen des Sommermärchens beschäftigt. Chaos perfekt.

Und: Wer sollte den Job eigentlich machen, wenn Löw, wovon nicht auszugehen ist, die Brocken vor dem März 2021 hinschmeißt? Eins ist klar: Jürgen Klopp oder Hansi Flick werden es nicht tun. Auch wenn die Mehrheit der 80 Millionen ehrenamtlichen Bundestrainer das fordert.

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