Kommentar zur Lage vor dem Corona-Gipfel
Laschets Sorge wächst

Ein Kurswechsel ist es allemal. Die Frage ist nur, was Armin Laschet dazu bewogen haben könnte, sich vom umfassend abwägenden Regierungschef zum gestrengen Landesvater zu wandeln.

Freitag, 20.11.2020, 21:54 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 21:56 Uhr
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, am Freitag in Troisdorf.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, am Freitag in Troisdorf. Foto: Sascha Steinbach/EPA POOL/dpa

Ist etwa doch etwas dran an der Vermutung, dass der NRW-Ministerpräsident sich im Zweikampf mit Bayerns Markus Söder um die Kanzlerschaft der Union sieht? Oder ist es einfach die Sorge, dass die Kliniken angesichts des Infektionsgeschehens alsbald an ihre Grenzen stoßen könnten?

Bislang stand Laschet jedenfalls nicht im Verdacht, seine Corona-Politik nach irgendwelchen Umfragen zur Beliebtheit auszurichten. Im größten Bundesland hat seine CDU/FDP-Regierung auf Vernunft und Differenzierung im Umgang mit der Pandemie gesetzt.

Der seit Anfang November geltende „Lockdown Light“ hat noch nicht viel gebracht. Mit 23.648 Neuinfektionen binnen eines Tages ist ein Rekordwert erreicht. Da ist es natürlich naheliegend, dass die Politik über eine Verlängerung und Verschärfung der Beschränkungen nachdenkt. Und was, wenn auch ein „echter“ Lockdown nichts bringt? Von einer Krisenstrategie ist Deutschland weit entfernt.

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Laschet für neue Konzepte in der Corona-Pandemie
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