Kommentar zu Weihnachten und Corona
Finger weg vom Fest!

Weihnachten ist als Fest viel zu groß, als dass man die Entscheidung darüber, wie und mit wem man es in diesen Corona-Zeiten feiert, dem Staat – also Politik und Behörden – überlassen könnte. Ob man sich als gläubiger Christ über die Geburt Jesu freut oder einfach in der schönen Tradition verhaftet ist: Ein Weihnachten von Merkels, Söders oder Laschets Gnaden darf es nicht geben.

Sonntag, 22.11.2020, 20:06 Uhr
Dieses Mal ist zu Weihnachten wohl vieles anders. Wie sehr, darüber wird noch gestritten.
Dieses Mal ist zu Weihnachten wohl vieles anders. Wie sehr, darüber wird noch gestritten. Foto: imago images/Political-Moments

Und die Politiker sollten – bei aller Verantwortung, die sie jetzt tragen – die Nerven behalten und ihre Worte sorgsam wählen. Wenn Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erklärt, dass man an Heiligabend sicher nicht die Polizei schicken werde, um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu kontrollieren, dann kann man das als schnoddrige, norddeutsche Art abtun. Man kann es aber auch für eine verbale Form staatlicher Übergriffigkeit halten.

Der zunehmende Frust über die Einschränkungen des öffentlichen Lebens basiert vor allem auch darauf, dass die Verhältnismäßigkeit der Schutzmaßnahmen oft nicht stimmt. Überfüllte Züge mit Berufspendlern stehen im Widerspruch zu zwangsweise geschlossenen Restaurants, in denen Personenzahlen und Abstandsregeln gut zu kontrollieren wären.

An Weihnachten sollte jeder selbst entscheiden, ob Eltern und Großeltern mitfeiern oder einsame Freunde und Nachbarn eingeladen werden. Der Staat darf nicht alle bestrafen, nur weil nicht alle in der Lage sind, eigenverantwortlich zu handeln.

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