Kommentar zur geplanten Dax-Umstellung
Überfällige Reform

Kritiker bezeichnen den Dax schon länger spottend als „Industriemuseum der deutschen Wirtschaft“. Und diese Stimmen mehrten sich zuletzt. Der internationale Stellenwert des höchsten deutschen Börsenindex hat gelitten.

Mittwoch, 25.11.2020, 11:14 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 11:24 Uhr
Eine Händlerin sitzt im Handelssaal der Frankfurter Börse vor ihren Monitoren. Die Deutsche Börse stockt den deutschen Leitindex Dax von 30 auf 40 Mitglieder auf.
Eine Händlerin sitzt im Handelssaal der Frankfurter Börse vor ihren Monitoren. Die Deutsche Börse stockt den deutschen Leitindex Dax von 30 auf 40 Mitglieder auf. Foto: dpa / Frank Rumpenhorst/dpa

Viele gelistete Firmen haben ihre Glanzzeit, in der sie auf ihrem Gebiet Maßstäbe gesetzt haben, längst hinter sich. Von innovativen Senkrechtstartern fehlt abgesehen von Delivery Hero jede Spur. Mit Wirecard ist zudem die einzige Rakete der vergangenen Jahre auf ihrem Weg nach ganz oben schnell implodiert.

Daher ist es überfällig, Zusammensetzung und Regeln des Aktienbarometers zu reformieren. Durch die Erweiterung von 30 auf 40 Unternehmen wird der Index nicht nur vielfältiger, sondern auch moderner. Wachstumsstarke Unternehmen wie der Onlinehändler Zalando und der Biotechkonzern Quiagen sorgen für eine erhöhte Attraktivität. Die gleichzeitig eingeführten strengeren Vorgaben für die Dax-Mitglieder beugen zudem einem zweiten Fall Wirecard vor.

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